Crowdfunding in Deutschland

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Im Internet finden sich mehrere Plattformen, die sich die Zusammenführung von Projektstartern und potenziellen Kapitalgebern zur Aufgabe gemacht haben. Zu den bekanntesten und seriösesten Anbietern gehören dabei folgende Plattformen:

  • www.companisto.de
  • www.seedmatch.de
  • www.fundsters.de
  • www.startnext.com

Auf diesen Plattformen werden zahlreiche Projekte aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt. Die Kapitalgeber suchen sich ein für sie interessantes Projekt aus und können sich dann mit einer mehr oder weniger beliebigen Summe daran beteiligen. Der Kapitalgeber tritt meistens als stiller Teilhaber auf und wird entsprechend des Anteils seiner Investition am Gewinn des Projekts beteiligt. Alternativ dazu können zwischen Projektstarter und Kapitalgeber auch Genussrechte vereinbart werden.

Für welche Projekte eignet sich Crowdinvesting bzw. Crowdfunding?

Crowdinvesting eignet sich für die Beteiligung an Unternehmen, die an der Erzielung eines wirtschaftlichen Gewinns interessiert sind. Dies kann beispielsweise eine vielversprechende Geschäftsidee sein oder aber ein Projekt, für welches ein sehr hohes Startkapital benötigt wird. Das wirtschaftliche Risiko wird auf viele Schultern verteilt, so dass auch ein möglicher Totalverlust den Einzelnen nicht in existenzielle Nöte bringt. Crowdfunding kann bei der Verwirklichung von regionalen Projekten sinnvoll sein, etwa der Einrichtung einer städtischen Bücherei. Die Kapitalgeber fördern dabei einen sozialen Zweck ohne Gewinnerzielungsabsicht. Eine weiteres Beispiel ist die Plattform www.monaco-funding.com, bei der Kapitalgeber talentierte deutsche Nachwuchssportler finanziell unterstützen können. Auch in diesem Fall wird kein wirtschaftlicher Gewinn angestrebt.

Welche Projekte sind für Crowdinvesting eher ungeeignet?

Grundsätzlich können über Crowdinvesting bzw. Crowdfunding Projekte aller Art finanziert werden. Tendenziell ungeeignet sind jedoch solche Projekte, deren Verwirklichung für den Kapitalgeber mit einem sehr hohen Risiko verbunden ist. Je höher die finanzielle Beteiligung ist, desto genauer sollten die Hintergründe des Projekts geprüft werden. Dabei sollten sich potenzielle Kapitalgeber vor allem folgende Fragen stellen:

 

  1. Wer steht hinter dem Projekt?
  2. Welche (materiellen oder ideellen) Ziele verfolge ich selbst?
  3. Über welchen Zeitraum erstreckt sich das Projekt?
  4. Wie erfolgsversprechend ist das Projekt bei objektiver Betrachtung?

Ist Crowdinvesting eine Alternative zur Bank?

Hier stellt sich die Frage, welchem Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Gewinn sich der Kapitalgeber aussetzen will. Die Investition in ein erfolgreiches Start-Up ist in jedem Fall lukrativer als die Anlage auf dem Sparbuch. Andererseits birgt das Crowdinvesting immer auch die Gefahr eines Totalverlusts, der bei Anlageformen auf der Bank nur äußerst selten droht.
Für Projektstarter hingegen ist das Crowdfunding fast immer die bessere Wahl als der klassische Kredit bei der Bank. Einerseits legen viele Banken die Messlatte für die Vergabe von Krediten sehr hoch, andererseits ist ein Darlehen für den Projektstarter immer mit sehr hohen Zinsen verbunden. In den meisten Fällen ist es daher sinnvoll, sich viele stille Teilhaber ins Boot zu holen und diese später am Gewinn des Projekts zu beteiligen.

Vor- und Nachteile beim Crowdinvesting

Der Projektstarter bekommt die Möglichkeit, sein Startkapital ohne die Aufnahme eines Kredits zu generieren. Andererseits verpflichtet er sich, seine (stillen) Teilhaber entsprechend der Höhe ihrer Investition am Gewinn des Projekts zu beteiligen. Diese Rendite kann im Optimalfall bis zu 48 % betragen, so etwa beim Start-Up „Cashboard“, welches als bisher erfolgreichstes Crowdinvesting-Projekt in Deutschland gilt.
Kapitalgeber sollten sich die Investition in ein Start-Up dennoch sehr genau überlegen. Einerseits sind Renditen in dieser Höhe die absolute Ausnahme, andererseits liegen die Renditen in den meisten Fällen aber immer noch über jenen der klassischen Anlageformen. Zuletzt sollten sich Kapitalgeber aber stets die Möglichkeit eines Totalverlustes in Erinnerung rufen und daher beim Crowdfunding nur im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten agieren.

 

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