Der Festzins und seine Zukunft

Festzins
Festzinsen sind bei deutschen Sparern überaus beliebt. Durch die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank auf einen historischen Tiefststand von 0,05 Prozent ist es vielen Banken jedoch nicht mehr möglich, attraktive Konditionen auf Festgeldkonten zu zahlen. Vielfach wird nicht einmal eine Rendite auf Inflationsniveau erreicht. Alternativen gibt es nur noch bei Banken im Ausland, die Sicherheit der Gelder ist hier allerdings eingeschränkt.

Die aktuelle Situation bei Geldanlagen

Anleger, die ihr Geld für einen Festzins auf Tagesgeldkonten oder Festgeldern anlegen wollen, müssen derzeit lange suchen, bis attraktive Angebote gefunden werden. Vor allem Filialbanken vor Ort haben kaum noch die Möglichkeit, einen Zins oberhalb des Inflationsniveaus zu zahlen. Das Vermögen reduziert sich damit Jahr für Jahr, auch wenn auf dem Kontoauszug der Anlagebetrag unverändert bleibt. Dieses Dilemma wird bei einem Blick auf die aktuellen Sparkonditionen deutlich:

Zinssätze auf Sparkonten: zwischen 0,01 – 0,50 Prozent pro Jahr
Zinssätze auf Festgeldkonten: zwischen 0,05 – 1,50 Prozent pro Jahr

Bei einigen Banken werden mittlerweile sogar Strafzinsen für Geldanlagen fällig, insbesondere bei der Anlage größerer Beträge. Dafür jedoch sind die Gelder zu 100 Prozent sicher, denn neben der gesetzlichen Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro existieren vielfach freiwillige Institutsabsicherungen, durch die Kunden oft in Millionenhöhe abgesichert sind.

Geldanlagen im Ausland

Geldanlagen mit Festzins können jedoch nicht nur in Deutschland abgeschlossen werden. Auch bei Banken im Ausland ist es möglich, entsprechende Anlageangebote zu nutzen und von ihnen zu profitieren. Nahezu alle dieser Institute sind online aktiv, sodass die Geldanlage bequem von der heimischen Couch abgeschlossen werden kann. Obwohl auch diese Banken unter dem Niedrigzinsniveau leiden, ist es ihnen aufgrund ihrer Geschäftspolitik möglich, höhere Zinsen an Anleger zu zahlen. Je nach Anlagezeitraum und Anlagesumme sind so Festzinsen von bis zu 2,5 Prozent pro Jahr möglich. Bei der Auswahl der Institute ist allerdings darauf zu achten, dass die Einlagensicherung im Ausland begrenzt ist. In den meisten Fällen gilt die Einlagensicherung lediglich bis zu einer Höhe von 100.000 Euro pro Anleger. Zugleich ist zu beachten, dass diese Einlagensicherung staatlich garantiert ist. Sollte der Staat jedoch nicht in der Lage sein, die Kosten zu übernehmen, könnte dies sogar zu Verlusten führen. Erst 2008 schockte die Insolvenz der isländischen Kaupthing-Bank auch deutsche Anleger, die zum Teil monatelang um ihre Einlagen zittern mussten. Erst spät entschied sich die isländische Regierung, die Kunden zu entschädigen.

Die künftige Entwicklung beim Festzins

Wie die künftige Entwicklung bei Festzinsanlagen aussehen wird, ist maßgeblich abhängig von den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank. Im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 hat diese den Leitzins schrittweise von damals 4,25 Prozent auf nun nur noch 0,05 Prozent gesenkt. Gleichzeitig kauft die EZB Staatsanleihen im Umfang von mehreren Milliarden Euro an, um die Wirtschaft noch weiter mit Geld zu versorgen. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Konjunkturentwicklung in Europa weit hinter den Erwartungen zurück bleibt, vor allem in den südeuropäischen Staaten. Gleichzeitig verharrt die Inflation, also die Teuerungsrate, seit Monaten zwischen 0,2 – 0,6 Prozent. Ziel der EZB ist es jedoch, eine Inflationsrate von zwei Prozent zu erreichen. Möglich ist dies jedoch nur durch weiteres Wirtschaftswachstum, das wiederum nur durch höhere Kreditvolumina zu erreichen ist. Günstige Kredite sollen hier Unternehmen und Privatpersonen zu höheren Investitionen verleiten. Bis also das Ziel der EZB erreicht ist, wird der Leitzins auf dem heutigen Tiefststand verharren. Viele Experten gehen nicht davon aus, dass in den kommenden zwei bis drei Jahren Änderungen erfolgen werden.

Sparer müssen flexibel bleiben

Das Niedrigzinsniveau wird demnach aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage noch weiter anhalten. Wer nun am guten alten Sparbuch festhält, wird kaum noch Zinsen erzielen und über die Inflation sogar Geld verlieren. Besser ist es, sich über die Möglichkeiten verschiedener Banken zu informieren und auch Geldanlagen im Ausland in beschränktem Umfang in Betracht zu ziehen.  Die Konten können im Anschluss vielfach online eröffnet werden, die Überweisung der Anlagebeträge erfolgt ebenfalls über das Onlinebanking. Ist die Anlage fällig, kann sofort wieder nach attraktiven Festzinsangeboten gesucht werden, um erneut beste Konditionen zu erreichen.

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