Die Top Geldanlagen 2017

Geldanlagen 2017Foto ©Bigstock

Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu und der versierte Anleger fragt sich, was im nächsten Jahr lukrativ sein wird. Dieses Jahr war geprägt von einer Kurstagnation der wichtigsten Rohstoffe, die sich im Jahresmittel kaum im Wert verändert haben. Auch der DAX notiert kaum höher als vor Jahresfrist, Langzeitanleger haben zwischenzeitlich zahlreichen Höhen und Tiefen der Wertpapierkurse durchleben müssen. Zwar liefen die Branchen Konsumgüter, Technologie und Industrie durchaus akzeptabel, doch verloren die Versorger, Medien und der Finanzsektor aufs Jahr gesehen deutlich. Gerade deshalb ist nun eine neue Analyse des Finanzmarktes sinnvoll. Im kommenden Jahr erschließen sich durch die veränderte politische Situation und die bevorstehende Änderung des Zinsniveaus zahlreiche Chancen.

Politische Veränderungen bringen Ungewissheit in die Finanzmärkte

Die wichtigste politische Änderung ist wohl die Wahl des neuen Präsidenten der USA. Donald Trump ist ganz sicher kein Mann, der das Land wie gehabt weiter regieren wird. Er ist Unternehmer, kein Politiker. Darum ist davon auszugehen, dass er den Staatshaushalt mit einer Firmenkasse gleichsetzt und wirtschaftlicher Profit an erster Stelle steht. Und das hat weitreichende Auswirkungen, die in Folge kurz angerissen werden.
Ein wichtiger Wachstumsmarkt wird durch die Liberalisierung von Cannabisprodukten entstehen. Es ist unwahrscheinlich, dass Donald Trump das Verbot der Droge forcieren wird, ganz im Gegenteil. Das viele, wirklich viele Geld, dass derzeit auf dem Schwarzmarkt umgesetzt wird, möchte er als Unternehmer natürlich gerne in der Staatskasse sehen. Colorado hat es vorgemacht und die Droge bereits für Freizeitzwecke freigegeben.

Unsicherheitsfaktor Donald Trump

Unsicherheitsfaktor Donald Trump

Der Staatshaushalt des Landes ist entlastet und die Gewinne der Cannabisindustrie sprudeln. Wäre nun Cannabis bald in den gesamten USA legal, wäre dies ein ungeheurer Wachstumsmarkt, der unbedingt beachtet werden sollte. Allerdings gilt hier, wie bei allen hochriskanten Anlagen, dass die Papiere entweder ausgesprochene Flops sind, oder aber immense Gewinne bringen werden. Vergleichbar mit den Biotech-Aktien der 90er Jahre haben mutige Anleger mit diesen jungen Unternehmen die besten Chancen, an der anstehenden Legalisierung teilzuhaben.
Möglich ist auch, dass der letztendlich gescheiterte Kampf gegen die Drogen ganz aufgegeben wird und Stoffe wie Amphetamine, Kokain und anderes wieder reguliert ausgegeben werden. Dies ist zwar derzeit unwahrscheinlich, aber durchaus denkbar. In diesem Fall verliert der Schwarzmarkt weitere Marktanteile, die dann von entsprechenden Start-up-Unternehmen besetzt werden. Auch hier lohnt es sich, die Entwicklung im Auge zu behalten und mögliche Geldanlagen zu erwägen.
Durch wirtschaftsfreundliche politische Entscheidungen werden aller Voraussicht nach große Firmen in den USA gute Gewinne machen. Problematisch hingegen wird es für Firmen, die direkt oder indirekt von staatlichen Mitteln abhängig sind.

Zinsen Verändern die Wahl der Geldanlagen

Noch wichtiger aber ist die zukünftige Zinsentwicklung an den Märkten. Diese wird viel deutlichere Auswirkungen auf die Wertpapierkurse haben, als jede denkbare politische Veränderung, ausgenommen natürlich große Kriege.
Wenn nun die Zinsen wieder steigen, werden die Kurse der Rentenpapiere fallen. Und das wird dazu führen, dass viele institutionelle Anleger diese verkaufen. Obwohl steigende Zinsen wegen der einsetzenden Verknappung des Geldes Gift für die Aktienkurse sind, werden diese in der aktuellen Situation dennoch anziehen.

Der Grund ist der, dass die Gewinne der Unternehmen wachsen. Diese haben ja mit dem billigen Geld ihre Fertigung bzw. Logistik verbessert und arbeiten nun profitabler. Dazu kommt, dass auch die Banken wieder mehr Geld verdienen, weil die höheren Zinsen auch ihnen Gewinne bescheren.

Als Letztes kommt dann noch der Investitionsdruck der Banken hinzu. Diese suchen ständig nach neuen Anlagen und werden das Geld aus dem Verkauf der Rentenpapiere und den Kreditrückzahlungen der Firmen dazu nutzen, um die nun steigenden Aktien zu kaufen.

All dies führt dazu, dass die Aktienmärkte zunächst florieren. Die Weltwirtschaft zieht langsam wieder an und die Arbeitslosigkeit ist zumindest in Deutschland erfreulich gering. So kommen zwei Faktoren zusammen, die für die Kursentwicklung ausschlaggebend sind. Es steht dem Markt genügend Geld zur Verfügung und zusätzlich ist die Stimmung gut. Das in Kombination wird die Kurse im nächsten Jahr nach oben treiben. Einzig und alleine bleibt die Frage, welche Geldanlagen die Besten sind. Dies kann natürlich kein Mensch vorhersagen, es können lediglich Wahrscheinlichkeiten angenommen werden.

Fallbeispiel

Dazu ein Beispiel. Ein Anleger schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Finanzsektor sich im laufenden Jahr gut entwickeln wird, mit 70 Prozent ein. Er sucht sich die seiner Meinung nach besten Finanzinstitute heraus und überlegt dann, wie viel seines Geldes er in diese investieren möchte. Dabei hilft ihm eine einfache Formel.

Geldanlage in Prozent = (Wahrscheinlichkeit in Prozent – 50%) * 2

Ist das Ergebnis negativ, dann sollte kein Geld investiert werden. Ansonsten wird das Geld angelegt, dass durch die Formel errechnet wird. In unserem Beispiel also

(70% – 50%) * 2 = 40% des vorhandenen Geldes

Vorsicht vs. Volles Risiko

Vorsichtige Anleger fragen jetzt, ob sich nicht durch die in diesem Artikel skizzierte Situation eine Spekulationsblase bilden könnte. Die Antwort darauf ist denkbar einfach.

Natürlich wird sich eine Blase bilden. Das liegt in der Natur der Aktienmärkte.

Es ist nur eine Sache der Zeit, ehe der Markt sich aufbläht und die Kurse dem Himmel zustreben werden. Das wird dann noch mehr Kauflustige anlocken, die so die Kurse weiter stützen. Am Ende aber werden die Kurse wieder fallen und das Jammern wird groß sein. Experten sprechen dann wieder von vernichtetem Kapital, das dem Markt fehlt. Das stimmt nicht ganz, weil das Geld ja nicht verschwunden ist. Es hat lediglich den Besitzer gewechselt und befindet sich am Ende des Zyklus mit ein wenig Geschick in Ihren Händen.
Noch risikoreicher als Aktien sind Investitionen in Rohstoffe. Zwar sind diese Werte unvergänglich, Gold, Platin oder Silber verschwinden nicht einfach, aber deren Wert schwankt dennoch enorm. Durch die auflebende Wirtschaft sind derzeit aber die meisten von der Industrie benötigten Rohstoffe eine Investition wert.

Natürlich kann der besorgte Anleger sein Geld auch in festverzinsliche Papiere stecken oder das alte Sparbuch bemühen. Das ist zwar sicherer, aber risikoreichere Geldanlagen werden deutlich mehr Gewinne abwerfen. Bewährt hat sich im Laufe der Geschichte eine Risikostreuung. Ein Drittel des Geldes sollte in unvergänglichen Werten angelegt werden. Also Immobilien, Rohstoffe oder Grundstücke. Ein anderes Drittel in festverzinslichen Papieren und das letzte Drittel in risikoreichen Werten, wie z. B. Aktien. Wird bei der Aufteilung der Geldanlagen nach obiger Formel verfahren, sind die Gewinne fast sicher.

 

Bildquelle: Bigstock

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