Eurokrise – Wie sieht es 2014 aus?

Ist die Eurokrise 2014 überstanden? (Quelle: Bigstock-ID-4810912-by-paul fleet)Foto ©Bigstock

Die Euro- und Finanzkrise zieht auch in diesem Jahr noch weiter ihre erschreckenden Bahnen. Darüber sind sich Experten, Politiker und Verbraucher gleichermaßen einig wie uneinig. Einig darüber das es sich hier um eine Krise handelt deren Fortsetzung zu den größten Schwierigkeiten und Problemen innerhalb Europas seitdem Ende des zweiten Weltkrieges führen könnten. Uneinig aber darüber, wie diese sich abzeichnenden Szenarien effektiv gelöst werden können. Klar ist nur eines: Eine Musterlösung wird es nicht geben und auch das Erfolgsmodell der BRD ist derzeit mehr denn je auf dem Prüfstand.

Ursachen und Lösungen der Eurokrise

Die Eurokrise ist eine Schuldenkrise. Sie betrifft dabei weniger die Banken und das Finanzwesen, sondern eher die Staaten direkt. Zu lange wurden große Konjunkturpakete auf Pump finanziert und zu lange lebten viele Staaten in Saus und Braus über ihre Verhältnisse. Das diese Rechnung auf Dauer nicht aufgehen konnte hätte sicherlich jede Hausfrau vorhersagen können. Nur wurde darauf nie geachtet und jetzt kommt eben die Quittung für eine hemmungslose Verschuldungspolitik innerhalb der letzten Jahrzehnte der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Für die Verbraucher bedeutet dies ein erhöhtes Risiko, denn kann ein Staat seine Schulden nicht mehr bedienen wackelt zwangsläufig auch sein Finanzsektor. Dieser zieht dann die Industrie und andere Bereiche mit hinein, denn neue und frische Kredite, die die Wirtschaft ankurbeln könnten werden in dieser Situation auf keinen Fall vergeben. Das beste Beispiel für so einen Verlauf ist derzeit Griechenland. Hier ist das Ergebnis einer verfehlten Politik praktisch live zu erleben und während die griechischen Bürger über harte Einschnitte in der Sozial- und Finanzpolitik stöhnen, sind die Bürger der reicheren Länder wie Deutschland wenig begeistert über die Tatsache den griechischen Schuldenschnitt mittragen zu müssen. Vor allem stören die Verbraucher aber die gesunkenen Zinsen für Spareinlagen und die ebenfalls gesunkene Attraktivität des Handels mit sicheren Wertpapieren, Anleihen und anderen Finanzprodukten. Eine Konsequenz der Eurokrise, die der Verbraucher direkt zu spüren bekommt.

Was erwartet uns in der Zukunft der Eurokrise?

Wer meint mit Griechenland wäre alles vorbei, der übersieht Länder wie Frankreich, Italien, Spanien und mittlerweile auch einige Teile der nördlichen Hemisphäre der EU. Vor allem Italien und Frankreich sind die Sorgenkinder der Gemeinschaft, denn hier handelt es sich eigentlich um die geographisch und wirtschaftlich größten Länder der EU. Passiert hier eine Katastrophe sehen manche den Euro und auch die Europäische Gemeinschaft schon am Ende. Doch soweit soll es dem Willen der großen Politik nach natürlich nicht kommen. Wird es auch nicht, denn politisch gesehen ist die EU vollkommen alternativlos und garantiert nun schon seit knapp 50 Jahren den Frieden innerhalb Europas. Mit einem auseinandergehen auf politischer Ebene wird also nicht gerechnet, wohl aber kommt der Euro an sich und die gemeinsame Wirtschaftspolitik langsam in das Fadenkreuz von renommierten und schlagkräftigen Experten und Polit-Profis. Zu langsam, zu Ineffizienz und zu intransparent lauten die Argumente der Befürworter einer großen Reform. Die europäische Linke hingegen pocht auf den Querverweis mit dem fehlgeschlagenen neo-liberalen Reformen in der USA und dem Hinweis auf die nachweislich entstehenden Probleme innerhalb der sozialen Strukturen eines Staates. Würden diese Probleme in der ganzen EU umgreifen wäre das wohl das wirkliche Ende der Europäischen Union wie wir sie kennen.

Politische Lösungen für die Eurokrise gibt es derzeit nur auf den Finanzmärkten

Die einfachste und simpelste Lösung die der EU, namentlich dem Vorsitzenden der EZB Draghi einfiel, war die Garantie über einen unbeschränkten Einkauf von Staatsanleihen der betroffenen Länder und aller Länder die in eine solche Situation geraten. Auch wenn diese Aktion von Juristen als faktisch Illegal bezeichnet wird, so verfehlt sie ihre Wirkung nicht und schon alleine die versprochene Garantie bewirkte eine deutliche Stabilisierung auf den Finanzmärkten und gab der Politik wieder etwas Zeit zum Luftholen. Aber ob dieses Instrument alleine reicht ist mehr als fraglich und in Italien und Frankreich holt die politische Klasse derzeit zum großen Schlag gegen die etablierten Abläufe in der Wirtschaft aus. Reformen sind das Stichwort mit denen die EU verbessert werden soll und genau diese werden in den Krisenländern jetzt langsam in Angriff genommen. Die Wirtschaft soll freier werden, die Arbeiter und Angestellten flexibler und der Staatshaushalt muss deutlich entlastet werden. Grob hört sich das an wie die Reformen in Deutschland unter dem Kanzler Gerhard Schröder. In der Praxis allerdings sind viele der Vorhaben bis heute nur auf dem Papier umgesetzt und werden von regionalen Befindlichkeiten blockiert.

Werden die Verbraucher die Eurokrise noch mehr zu spüren bekommen?

Vermutlich ja, vielleicht aber auch nein. Denn die Eurokrise ist keine Krise die berechenbar ist. Es kommt darauf an wie die einzelnen Länder agieren, aber auch wie die bisher recht farblose EU und die EU-Kommission ihre Arbeit und ihre Projekte umsetzen. Der Geldbestand für Verbraucher ist zwar derzeit garantiert, aber wer kennt schon die Zukunft genau und kann die Eurokrise vorhersagen? Panik muss jetzt aber auch nicht erzeugt werden, denn aufgrund der prekären Situation und ihren Konsequenzen wissen die Politiker das eine gemeinsame Lösung im Krisenfall unabdingbar ist. Auch wenn es hier zu diplomatischen Verwerfungen kommen kann wie sie die Eurokrise in Griechenland erzeugte und auch wenn es eine Veränderung der sozialen Strukturen nach sich zieht, so wird die Eurokrise mit Sicherheit gelöst werden. Nur wie lange dieses Vorhaben dauern wird und wann endlich alle Staaten in einem Zustand der wirtschaftlichen und finanzpolitischen Stabilität sind, dass wissen nicht einmal die besten Analysten und die beteiligten Experten. Denn die Eurokrise ist, so gefährlich wie sie ist, eine facettenreiche Krise die sich selbst Profis in Gänze nur schwer erschließt und viele Möglichkeiten zur Entwicklung und zum Krisenverlauf beinhaltet. Die Zukunft ist also ungewiss und wer für eben diese Zukunft finanzielle Sicherheiten aufbauen möchte sollte die vorhandenen Angebote mit Bedacht vergleichen.

 

Bildquelle: Bigstock-ID: 4810912 by paul fleet