Freie Markler vs. gebundene Versicherungsagentur

makler

Der Unterschied zwischen einem freien Makler und einer Versicherungsagentur ist enorm. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die man als Versicherungsnehmer kennen sollte. In Zeiten, in denen das Internet selbstverständlich geworden ist, prüfen Kunde natürlich die Preise der von ihnen abgeschlossenen Versicherung. Die Kunden gut zu beraten ist also heute wichtiger denn je.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Makler und Agentur

Eine Versicherungsagentur ist vertraglich an ein bestimmtes Versicherungsunternehmen gebunden. Das bedeutet, gleich ob Hausrat-, Haftpflicht- oder Lebensversicherung, dass generell nur die Produkte dieses speziellen Unternehmens verkauft werden. Es kann für den Kunden von Vorteil sein, seine Verträge alle bei der gleichen Gesellschaft abzuschließen und sich als Versicherungsnehmer von einer Agentur betreuen zu lassen: Manche Gesellschaften bieten in diesem Fall Rabatte oder günstige Kombinationen verschiedener Verträge. Darüber hinaus weiß der Kunde, an wen er sich im Schadensfall wenden kann. Die Kundenberater in einer Versicherungsagentur kümmern sich um alles Notwendige, wenn ein Versicherungsfall eingetreten ist. Die Nachteile einer Versicherungsagentur liegen jedoch auf der Hand. Es ist durchaus möglich, dass das Gesamtpaket der individuell vom Versicherungsnehmer benötigten Versicherungen teurer ist als einzeln abgeschlossene Verträge bei unterschiedlichen Gesellschaften. Einen Vergleich kann der Versicherungsnehmer nur im Alleingang von zu Hause aus durchführen.

Der freie Versicherungsmakler hingegen ist an kein bestimmtes Unternehmen gebunden, sondern hat Verträge mit unterschiedlichen Gesellschaften. Wie viele Gesellschaften der Makler vertritt, hängt von seinen persönlichen Entscheidungen ab. Er kann mit jeder beliebigen Gesellschaft einen Vertrag abschließen und dann deren Versicherungsprodukte anbieten. Welche Gesellschaften dies sind, entscheidet der Makler selbst aufgrund seiner Marktuntersuchungen und Vergleiche. Ebenso entscheidet er selbst, welche Produkte einer Gesellschaft er überhaupt seinen Kunden offeriert. So kann es gut sein, dass er bei einer Auswahl von 20 Versicherungsprodukten einer Versicherungsgesellschaft nur ein einziges anbietet, weil er nur von diesem einen Angebot überzeugt ist. Als Makler vertritt er nicht die Gesellschaft selbst, sondern die Interessen seiner Kunden. Er ist verpflichtet, seine Kunden darauf hinzuweisen, wenn Versicherungsbedingungen Klauseln enthalten, die für den Kunden nachteilig sind. Gleiches gilt für Produkte mit überhöhten Prämien. Das bedeutet, er wird unter allen Möglichkeiten, die ihm durch die Auswahl zur Verfügung stehen, das für den Versicherungsnehmer günstigste und beste Angebot heraussuchen.

Alle haben Umsatzziele

Niemand arbeitet umsonst – auch ein freier Versicherungsmakler möchte und muss Geld verdienen. Sein Vorteil gegenüber einer gebundenen Versicherungsagentur liegt jedoch auf der Hand: Eine Versicherungsagentur muss die Umsatzziele des Konzerns erreichen. Dafür gibt es Vorgaben seitens des Konzerns, aber auch Schulungen, wie diese Umsatzziele erreicht werden können. Die Umsatzziele sollen natürlich mit den eigenen Produkten erreicht werden. Das heißt im Klartext, dass eine gebundene Versicherungsagentur gar nicht anders arbeiten kann als die Interessen der Gesellschaft, bzw. des Konzerns zu vertreten.

Der freie Versicherungsmakler hingegen ist auch in dieser Frage völlig frei. Wenn es gut läuft, erfüllt er lediglich seine eigenen Umsatzziele. Alles, was er dafür benötigt, ist eine kontinuierliche Kundenzufriedenheit, denn nur so wird er weiter empfohlen. Die kontinuierliche Kundenzufriedenheit ist also sein oberstes Ziel – die Umsatzziele kommen erst an zweiter Stelle, auch wenn beide Ziele natürlich in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Es versteht sich von selbst, dass ein Makler im Sinne der Kundenzufriedenheit voll und ganz die Interessen seiner Klienten vertreten muss – und nicht die der Gesellschaften.

Unterschiede auch im Schadensfall

Viele Versicherungsnehmer ziehen die Betreuung durch eine Agentur vor, mit der Begründung, dass diese sich im Schadensfall um alle Formalitäten kümmert. Das ist natürlich richtig – jedoch sind Versicherungsvermittler einer Agentur in erster Linie den Interessen ihrer Gesellschaft verpflichtet. Der freie Versicherungsmakler jedoch ist in erster Linie und auch im Schadensfall den Interessen seiner Kunden verpflichtet. Das heißt, er wird bei Eintritt eines Versicherungsfalls niemals die für die Gesellschaft günstigste Lösung finden, sondern stets die Interessen seiner Mandanten vertreten. Versicherungsmakler sind zudem sehr häufig auf bestimmte Versicherungssparten spezialisiert und weisen ein hohes Fachwissen in den jeweiligen Fachgebieten auf. Makler sind darüber hinaus durch ihre Berufsverbände sehr gut vernetzt und können dadurch auf Fachwissen, Spezialisierungen und weiterführende Beratungen ihrer Kollegen zurückgreifen. Nicht selten sind sie auch mit Rechtsanwälten, Gutachtern und einer Reihe weiterer Spezialisten sehr gut vernetzt – so können sie im Zweifel immer auf Experten zurückgreifen.

Die Versicherungslandschaft hat sich verändert

Versicherungsnehmer in Deutschland sind in der heutigen Zeit selbstbewusster geworden. Sie vertrauen nicht mehr ausschließlich auf die Beratung durch eine Versicherungsagentur, einen Versicherungsvertreter oder einen Versicherungsmakler, sondern informieren sich in großen Teilen selbst. Im Internet gibt es genügend Plattformen, auf denen Versicherungsnehmer Vergleiche durchführen und günstige Angebote finden können. Da Versicherungsverträge jedoch auch viele Fachbegriffe und natürlich ebenso viele Vertragsklauseln enthalten, besteht bei vielen Klienten dennoch Beratungsbedarf. Verbraucher suchen günstige Versicherungen, die ihnen volle Absicherung bieten und im Schadensfall tatsächlich leisten, und sich nicht auf Klauseln berufen, die der Kunde bei Vertragsabschluss unterschrieben hat. Darüber hinaus wünschen sie einen Ansprechpartner, an den sie sich im Schadensfall wenden können. Diese Versicherungsnehmer sind am besten bei einem freien Makler aufgehoben: Sie werden dort kompetent beraten, erhalten das für sie am besten geeignete Produkt und ausreichend Vergleichsmöglichkeiten bezüglich der Leistungen, Prämienhöhe und Versicherungsbedingungen.

Auch ist zu beobachten, dass gerade Menschen, die hohe Risiken abzusichern haben, sich lieber von einem freien Makler beraten lassen, als ein junger Single, der seine erste eigene Wohnung bezieht und noch nicht viel Besitz erarbeitet hat. Für Letzteren bestehen wenige Risiken: Meist besteht der Versicherungsbedarf maximal aus einer Haftpflichtversicherung, vielleicht einer privaten Kranken-Zusatzversicherung, eventuell Rechtsschutz- und Autoversicherung. Je höher die Risiken sind, die versichert werden sollen, umso eher suchen die Versicherungsnehmer nach einem freien Makler statt nach einer Versicherungsagentur. Die zu versichernden Risiken bewegen sich meist um Themen wie eigene Immobilien, die Arbeitskraft, Lebensversicherungen zur Absicherung der Familie oder vielleicht sogar komplizierte Versicherungsfragen zur eigenen Firma.

Makler arbeiten mit großen Versicherungskonzernen – aber auch mit kleinen Gesellschaften

In Deutschland gibt es eine Reihe großer Versicherungskonzerne, die einen ebenso großen Namen tragen und die jedem Verbraucher ein Begriff sind. Große Konzerne sind es auch meist, die Versicherungsagenturen in ganz Deutschland durch Gebietsleiter betreiben. Die großen Konzerne sind bekannte Marken. Wenn Verbraucher Angebote bestimmter Versicherungssparten vergleichen, achten die meisten zunächst auf die Angebote der großen Konzerne.

Freie Versicherungsmakler arbeiten mit einigen der großen Konzerne zusammen. Dabei müssen sie kein Konkurrenzdenken beachten, sondern können sowohl von Konzern A als auch von Konzern B Produkte anbieten. Durch ihre permanente Marktbeobachtung und ihre eigene Ungebundenheit entgehen ihnen allerdings auch die häufig sehr guten Produktangebote kleinerer Gesellschaften nicht. Viele kleine Gesellschaften haben sich auf drei oder vier Versicherungsprodukte spezialisiert, diese aber mit enormer Gründlichkeit ausgearbeitet. Darüber hinaus arbeiten einige Versicherungsmakler auch mit ausländischen Gesellschaften zusammen, die ebenfalls auf den deutschen Markt streben – wenn die Produkte Vorteile für die eigenen Mandanten bringen.