Geldanlage 2016 – Ausblick auf Wirtschaft und Finanzwelt

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Auch im bevorstehenden Jahr 2016 fragen sich viele Sparer und Kleinanleger, wie sie ihr Geld sicher und rentabel anlegen können. Während es insbesondere in Deutschland noch vor Jahren üblich war, sein Geld zu einem überwiegenden Anteil in festverzinsliche Geldanlagen – wie etwa einem Festgeldkonto – anzulegen, so hat die andauernde Niedrigzinspolitik der Leitbanken zu einem Umdenken geführt. Sparer und Kleinanleger fürchten die niedrigen Zinsen und die damit verbundene Geldentwertung. Sie müssen sich aktiv um ihr Geld und ihr Kapital kümmern, um die gewünschte Rendite zu erwirtschaften. Welche Kapitalanlagen in dieser Hinsicht im Jahr 2016 reizvoll sein können, beschreibt der nachfolgende Artikel.

Die Auswirkungen der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank

Im letzten Jahr konnte beobachtet werden, dass die Europäische Zentralbank ihren Diskontsatz, das heißt einen ihrer wichtigen Leitzinssätze, auf -0,3 Prozent gesenkt hatte. Vor dem Hintergrund einer moderaten Inflation von unter zwei Prozent, den anhaltenden Staatsschulden der Mitgliedsstaaten des Euros und dem mäßigen Wirtschaftswachstum in der Eurozone gehen Experten davon aus, dass der Diskontsatz weiter fallen könnte. Demzufolge ist davon auszugehen, dass die Europäische Zentralbank auch in 2016 bei ihrer Niedrigzinspolitik bleiben wird. Dies wirkt sich auf die klassischen Geldanlagen der Sparer aus. Auch in 2016 ist daher mit weiterhin niedrigen Zinssätzen auf Tagesgeldkonten, Festgeldkonten und Sparbüchern zu rechnen. Sparer, die mit Ihrem Kapital eine Rendite von über 2 Prozent erzielen wollen, sind daher auch in bevorstehendem Jahr gezwungen, sich Alternativen für die Geldanlage zu suchen.
Die deutsche Wirtschaft verspricht hohe Dividendenzahlungen
Das mäßige, aber durchaus robuste Wachstum der Wirtschaft hilft der deutschen Wirtschaft und dort insbesondere den Unternehmen des DAX. Sie profitieren zudem von der oben beschriebenen niedrigen Zinspolitik, da die Wechselkurse für Auslandsgeschäfte günstig stehen und die Banken Kapital für Investitionen bereitstellen. Börsenexperten gehen daher davon aus, dass der Großteil der DAX-Unternehmen die Dividendenzahlungen, also den Teil des Gewinns, der an die Aktienhalter ausgeschüttet wird, erhöht werden. Wer im Besitz von ausgewählten DAX-Aktien ist, der kann also im kommenden Jahr allein aus den Dividendenzahlungen mit einer gesteigerten Rendite rechnen. Anleger, die von den hohen Dividenden profitieren wollen, können entweder durch einen Aktienkauf einzelner Konzerne oder durch spezielle Dividendenfonds partizipieren. Der Fondmanager eines Dividendenfonds versucht bewusst diejenigen Unternehmen in sein Portfolio zu holen, welche eine verhältnismäßig hohe Ausschüttung vornehmen, um die Rendite des Fonds zu erhöhen.

Risiken bei Rohstoffen und internationalen Märkten

Den meisten Autofahrern ist nicht entgangen, dass der Ölpreis gegen Ende des vergangenen Jahres stark gefallen ist. Genau wie beim Ölpreis fielen jedoch auch die Kurse anderer Rohstoffe, wie zum Beispiel Gold oder Silber. Insgesamt kann daher beobachtet werden, dass sich die Rohstoffmärkte in einer fallenden Bewegung befinden. Ursächlich dafür ist unter anderem die zurückgehende Nachfrage aus Asien und speziell China, welche auch für die ursprünglich hohen Rohstoffpreise verantwortlich war.

Viele Kleinanleger rechnen im kommenden Jahr damit, dass die Nachfrage nach den Rohstoffen wieder steigen wird. Sie nutzen die günstigen Rohstoffkurse, um sich zum Beispiel mit einem Rohstofffond am Markt zu platzieren. Sollten die Rohstoffmärkte sich wieder erholen, so ist diese Strategie sicherlich empfehlenswert, da sie hohe Kursgewinne verspricht. Sollte der fallende Trend der Rohstoffkurse sich allerdings fortsetzen, so droht Anlegern zumindest mittelfristig ein hoher Verlust. Insofern ist eine Geldanlage in den Rohstoffmärkten nur für spekulative Anleger oder einen kleinen Teil des eigenen Vermögens geeignet.

Im Gegensatz zu den Rohstoffkursen rechnen Börsenexperten den USA mit sich erholenden Kursbewegungen. So könnte beispielsweise der amerikanische Aktienindex S&P 500, der aus den Aktien der 500 größten US-Unternehmen besteht, eine attraktive Rendite erwirtschaften. Die Anzeichen für eine Erholung ist den USA sind positiv. So zeichnet sich bereits jetzt ein Rückgang der Arbeitslosenzahlen ab. Anleger könnten mithilfe eines Indexfonds an der Entwicklung des S&P 500 partizipieren.

Das starke Wachstum aus den zurückliegenden Jahren wird in China wohl auch in diesem Jahr zurückgehen. Experten rechnen damit, dass sich die zuletzt zu beobachtende Abwärtsdynamik der chinesischen Märkte deutlich verlangsamen wird. Dies ist aus Sicht von Kleinanlegern jedoch nicht besonders positiv. Ein Investment in chinesische Wertpapiere erscheint als spekulativ.

Lebensversicherungen als alternative Geldanlage?

Die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken wirkt sich auch auf die Rendite von Lebensversicherungen aus. Sie haben wie im vergangenen Jahr Probleme, die Geldanlage der Versicherten rentabel und gleichzeitig sicher anzulegen. So können Lebensversicherungen als institutionelle Anleger beispielsweise nicht mit einer guten Verzinsung von Bundesanleihen rechnen.

Im Ergebnis wird dieser Umstand dazu führen, dass die Lebensversicherer ihren Garantiezins weiter senken müssen. Sparer und Kleinanleger müssen somit kritisch auf die Lebensversicherung als Geldanlage blicken und eine Rentabilität hinterfragen.

Ein Blick in Immobilien-Kapitalanlagen

In den Ballungsgebieten von Deutschland kann beobachtet werden, dass die Miet- und Kaufpreise immer mehr steigen. Dies führt bei Immobiliengeschäften zu einer attraktiven Rendite. Häufig können gewöhnliche Anleger jedoch nicht von dieser Entwicklung profitieren, da sie nicht das Startkapital für die notwendigen Investitionen, zum Beispiel in ein Mehrfamilienhaus in der Münchener Innenstadt, haben.

Eine Chance für Anleger ist der Trend des Crowdinvestings. Mit einer Geldanlage in ein Crowdinvesting-Projekt, wie zum Beispiel dem Bau eines Einkaufszentrums in der Innenstadt Berlins, können Kleinanleger nämlich mit kleinen Geldbeträgen an großen Immobilienprojekten beteiligt werden. Dies war früher nur besonders wohlhabenden Investoren vorenthalten. Die Idee des Crowdinvestings ist, dass viele kleine Anleger gemeinsam ein Projekt finanzieren und anschließend an dessen Rentabilität verdienen. Über eigens entwickelte Internetplattformen suchen die Betreiber Kleininvestoren, die sich an ausgewählten Projekten beteiligen. Für Kleinanleger bietet sich im kommenden Jahr also zunehmend die Chance, auch mit kleinen Beträgen an der Entwicklung der Immobilienmärkte teilzunehmen.

Fazit und Ausblick

Das Jahr 2016 bietet viele Chancen für eine erfolgreiche Geldanlage. Diese erfordert allerdings auch aktive Steuerung und Beobachtung der ausgewählten Kapitalanlagen. Grundsätzlich ist es ratsam, sein Geld in verschiedene Geldanlagen aufzuteilen. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Übersicht nicht verloren geht.

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