Griechische Anleihen

Finanzkrise in Griechenland

Finanzkrise in Griechenland

Für die Rettung Griechenlands wurde in der letzten Juniwoche 2011 in Frankreich ein Plan ausgearbeitet, dem die deutschen Banken folgten. Die Anleihen des Staates werden prolongiert (verlängert), was Luft verschafft, aber keine automatische Rettung bedeutet. Anleger können etwas riskieren und Kurzläufer mit sehr hoher Verzinsung aufnehmen – oder auf eine langfristige Rettung des Staates hoffen. Beides könnte gleichermaßen riskant sein.

Der französische Plan

Französische Banken und die Regierung Frankreichs arbeiteten gemeinsam den Plan aus, wie griechische Schulden zu strecken wären. Ein Teil der Staatsanleihen wird verlängert, allerdings sehr stark. Der „Rollover-Plan“, ein Begriff aus dem Futures-Handel, sieht die Umwandlung auslaufender Anleihen in neue Schuldtitel vor. Um es nicht zu simpel zu halten, sollen die Gläubiger lediglich 70 Prozent der fälligen Summe beim Auslaufen der aktuellen Anleihen erneut in griechische Anleihen investieren, insgesamt 50 Prozent in herkömmliche Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren. Die Zinsen hierfür sollen sich in der Größenordnung bewegen, die Griechenland für Kredite des IWF und der EU zahlt. Die restlichen 20 Prozent werden in einen Spezialfond hochwertiger Papiere investiert, der zunächst keine Zinsen abwirft. Diese werden statt dessen zur Besicherung griechischer Staatsschulden genutzt.

Die Beteiligung deutscher Banken

Am 30.06.2011 schließlich teilte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit, dass sich deutsche Banken an dem Projekt beteiligen, wobei die konkrete Hilfe mit 3,2 Milliarden Euro beziffert wurde. Damit ist wahrscheinlich vorwiegend das Geld aus dem Nullkupon der 20-Prozent-Beteiligung gemeint. Mit insgesamt 10 Milliarden Euro sind deutsche Banken in Griechenland investiert. Die genaue Ausgestaltung des Planes soll am Sonntag, dem 03.07.2011, erarbeitet werden. In jedem Fall betreffen die deutschen Banken-Hilfen für Griechenland Kurzläufer griechischer Anleihen bis 2014. Sie verteilen sich größtenteils auf Deutsche Bank und Commerzbank (je unter 1 Milliarde) und deutsche Bad-Banks, die ausfallgefährdete Griechenlandanleihen halten.

Welche Anleihen kaufen?

Griechische Langläufer bis zum Jahr 2040 rentieren gegenwärtig (Stand: 02.07.2011) mit 5,35 Prozent, Kurzläufer bis Mai 2012 hingegen mit 23,62 Prozent. Das ist sehr viel Rendite für Staatsanleihen, aber was im Jahr 2040 mit Griechenland passiert, weiß heute auch niemand. Eine Anlageempfehlung lautet, in verschiedene Fristen zwischen einem bis 30 Jahren zu investieren.