Private Krankenversicherungen im Test

Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung (Bildquelle: BigStock-ID: 9704684-by-Kzenon)Foto ©Bigstock

Alle Personen mit inländischem Wohnsitz sind gesetzlich verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Diese Verpflichtung kann durch Mitgliedschaft in einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenkasse erfüllt werden. Eine private Krankenversicherung (PKV) ermöglicht eine individuell gestaltete Absicherung von Krankheitsrisiken.

Die Arten privater Krankenversicherungen


Nach Angaben des Verbandes der Privaten Krankenversicherung gab es Ende 2011 8,98 Millionen Menschen mit einer privaten Krankenvollversicherung und 22,5 Millionen private Krankenzusatzversicherungen.

Private Krankenvollversicherung

Eine private Krankenvollversicherung übernimmt (ganz oder teilweise) die Kosten für ambulante und stationäre medizinische Behandlungen, für Medikamente sowie für Heil- und Hilfsmittel.

Private Krankenzusatzversicherung

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, der kann Leistungen, die nicht von der GKV erbracht werden, durch Abschluss einer privaten Krankenzusatzversicherung abdecken.

Mitgliedschaft


Voraussetzungen für die Aufnahme in eine PKV

Voraussetzungen für die Aufnahme in eine PKV

Diese Voraussetzungen für eine Annahme in die PKV müssen sie erfüllen

  • Beamte, Selbständige und Freiberufler können jederzeit in eine private Krankenversicherung (PKV) eintreten.
  • Voraussetzung für eine Mitgliedschaft von Arbeitnehmern in der PKV ist ein Jahreseinkommen oberhalb der „Jahresarbeitsentgeltgrenze“ (für 2013: 52.200 Euro, monatlich 4.350 Euro). Zum Ende eines Jahres, in dem die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten wurde, darf ein Arbeitnehmer von der GKV in die PKV wechseln. Außerdem muss gegenüber der GKV eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende beachtet werden.
  • Studierende und Auszubildende können sich bei Studien- bzw. Ausbildungsbeginn von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und in die PKV wechseln.
  • Vorerkrankungen können den PKV-Versicherungsschutz ausschließen oder zu Prämienerhöhungen führen. Dies gilt jedoch nicht für den sogenannten „Basistarif“.

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung

Um zu vermeiden, dass Versicherte in einem jungen Alter preisgünstige PKV-Tarife in Anspruch nehmen und dann in späteren Lebensjahren (bei größeren Gesundheitsrisiken) höheren PKV-Tarifen aus dem Weg zu gehen, indem sie in die GKV wechseln, hat der Gesetzgeber den Wechsel von der PKV in die GKV erschwert.

Eine Rückkehr aus der PKV in die GKV ist nur Arbeitnehmern möglich, die

  • die Versicherungspflichtgrenze dauerhaft (für mindestens 12 Monate) wieder unterschreiten und
  • deren Alter unter 55 Jahren liegt.

Nicht in die GKV aufgenommen werden jedoch PKV-Mitglieder, die in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Überschreitet ein in die GKV gewechselter Arbeitnehmer im Folgejahr die Versicherungspflichtgrenze, so muss er zurück in die PKV wechseln.

Eine Rückkehrmöglichkeit in die GKV ergibt sich bei Arbeitslosigkeit: Wer sich arbeitslos meldet, für den besteht unter Umständen die Möglichkeit, von der Bundesagentur für Arbeit wieder gesetzlich versichert zu werden.

Kinder in der privaten Krankenversicherung

Kinder in der Privaten Krankenversicherung

Kinder in der Privaten Krankenversicherung

Während Familienangehörige in der GKV beitragsfrei mitversichert werden können, ist in der PKV jedes Familienmitglied einzeln zu versichern.

  • Wenn beide Elternteile privat krankenversichert sind, kann ein Kind entweder privatversichert oder freiwillig gesetzlich versichert werden.
  • Auch bei getrennt in GKV und PKV versicherten Elternteilen sind für das Kind PKV oder GKV möglich. Liegt der Verdienst des in der PKV versicherten Elternteils oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze und über demjenigen des anderen Ehepartners, so ist eine beitragsfreie Versicherung des Kindes in der GKV („Familienversicherung“) nicht möglich.
  • Der PKV-Beitrag wird auch für Kinder nach Gesundheitsrisiko, Lebensalter und Leistungsumfang berechnet. Allerdings können Kinder innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung in der elterlichen PKV mitversichert werden. Da die privaten Krankenversicherungen für Versicherte bis zum 21. Lebensjahr allgemein keine Altersrückstellungen bilden, sind die Versicherungsbeiträge für Kinder deutlich günstiger.
  • Beihilfeberechtigte Beamte erhalten einen Arbeitgeberzuschuss zur PKV auch für mitversicherte Kinder, allerdings nur bis zu dem in der GKV geltenden Höchstbeitragssatz.

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Vertragsgestaltung und Tarifarten im Überblick


Eine private Krankenversicherung leistet in Abhängigkeit vom gewählten Tarif. An die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gegebenen Leistungszusagen ist die private Krankenversicherung dauerhaft gebunden. Vorerkrankungen, Gesundheitsrisiko und Alter werden in der Versicherungsprämie berücksichtigt. Sieht ein PKV-Tarif eine Selbstbeteiligung des Versicherten vor, so trägt die Versicherung nur die oberhalb der Selbstbeteiligung liegenden Kosten. Neben ihren individuell gestalteten Tarifen hält jede private Krankenversicherung auch bestimmte brancheneinheitliche Versicherungstarife bereit.

Vertragsgestaltung und Tarife

Vertragsgestaltung und Tarife

Der Basitarif

Seit Anfang 2009 sind die privaten Krankenversicherungen zum Angebot eines Basistarifs verpflichtet, dessen Leistungen mit der GKV vergleichbar sind. Die Prämie im Basistarif darf den Höchstbeitrag in der GKV nicht übersteigen, der für 2013 monatlich 610,31 Euro beträgt.

Alle Personen mit deutschem Wohnsitz, die keinen Krankenversicherungsschutz haben und nicht gesetzlich krankenversicherungspflichtig sind, dürfen einen Basistarif bei einer privaten Versicherungsgesellschaft ihrer Wahl abschließen. Leistungsausschlüsse oder Risikozuschläge aufgrund Alter oder Vorerkrankung sind im Basistarif nicht zulässig.

Der Standard-Tarif

Der 1994 in der PKV eingeführte Standard-Tarif erfüllt eine soziale Schutzfunktion, indem er vor allem älteren Privatversicherten eine preisgünstige Versicherungsmöglichkeit bietet. Die Leistungen des Standard-Tarifs orientieren sich an der GKV. Der Beitrag ist an die Vorversicherungszeit und an das Lebensalter des Versicherten gekoppelt. Er darf für eine Einzelperson den GKV-Höchstbetrag und für Ehepaare 150 Prozent des Höchstbetrags nicht überschreiten.

Der Standard-Tarif steht nur privat Krankenversicherten mit einem vor 2009 abgeschlossenen Versicherungsvertrag zur Verfügung, falls bestimmte Voraussetzungen (z. B. gewisse Vorversicherungszeiten in der PKV) erfüllt sind. Versicherte mit ab dem Jahr 2009 abgeschlossenen Verträgen können in den Basistarif wechseln.

Der Notlagentarif

Am 01. August 2013 trat das „Gesetz zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung“ in Kraft, das u. a. einen Notlagentarif in der PKV einführte, um Versicherten mit Beitragsrückständen den Abbau ihrer Beitragsschulden zu erleichtern. Der Notlagentarif beinhaltet reduzierte Leistungen mit einem Schwerpunkt in der Akutversorgung. Im Notlagentarif werden keine Altersrückstellungen gebildet. Der Wechsel in den Notlagentarif erfolgt nach Durchführung eines Mahnverfahrens.

Die Kosten einer privaten Krankenversicherung


So wird ihr Beitrag berechnet

Die Versicherungsbeiträge in der PKV werden einkommensunabhängig nach Alter und Gesundheitszustand und entsprechend den gewählten Versicherungsleistungen berechnet. Das berücksichtigte Gesundheitsrisiko bemisst sich auch nach der Berufsgruppe, der ein Versicherter angehört. Risikozuschläge (oder Leistungsausschlüsse) werden bei bestimmten Vorerkrankungen vorgenommen. Ein vereinbarter Selbstbehalt reduziert den Beitrag.

Veränderungen der Beitragshöhe

Beiträge werden individuell berechnet

Beiträge werden individuell berechnet

Weichen tatsächliche wirtschaftliche Entwicklungen von der ursprünglichen Kalkulation einer privaten Krankenversicherung ab, so kann es zu Beitragsveränderungen kommen. Zu den hierfür maßgeblichen Faktoren gehören allgemeine Kostensteigerungen, aufgrund des medizinischen Fortschritts entstehende Kosten, die Höhe der erforderlichen Versicherungsleistungen innerhalb eines Tarifs, die am Kapitalmarkt erzielbaren Zinserträge und die Veränderung der Kundenzahl durch Storno, Kündigung oder Tod.

Durch Wechsel in einen PKV-Tarif mit geringeren Leistungen und/oder durch Erhöhung des Selbstbehaltes kann ein Versicherter seine Beiträge reduzieren.

Alterungsrückstellungen

Die Altersrückstellung ist derjenige Betrag, den eine private Krankenversicherung aus den Prämien eines Versicherten anspart, um den sonst bei höherem Alter des Versicherten zu erwartenden Beitragsanstieg zu dämpfen. Altersrückstellungen können seit Anfang 2009 bis zur Höhe des Basistarifs bei einem Versicherungswechsel in die neue Versicherung übertragen werden. Zuvor war ein Versicherungswechsel für langjährige Mitglieder einer bestimmten Versicherung praktisch unmöglich, da sie bei einem Versicherungswechsel ihre Altersrückstellung beim neuen Versicherungsunternehmen neu hätten aufbauen müssen. Der nunmehr erleichterte Wechsel erhöht zugunsten der Versicherten den Wettbewerb zwischen den privaten Krankenversicherungen. Für Versicherte im Notlagentarif werden keine Altersrückstellungen gebildet.

Beitragsrückerstattung

Beitragsrückerstattungen, die durch die einzelnen Versicherungsgesellschaften unterschiedlich ausgestaltet sind, erfolgen in der PKV auf vertraglicher oder auf freiwilliger Grundlage. Bei Nichtinanspruchnahme von Versicherungsleistungen für einen bestimmten Zeitraum werden vertraglich garantierte Rückerstattungen von bis zu sechs Monatsbeiträgen vorgenommen. Bei zunehmender Dauer der Leistungsfreiheit erfolgen teilweise jährlich steigende Beitragsrückerstattungen.

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Leistungsausgaben


Ambulante Behandlungskosten

Nach einer ambulanten Behandlung wird dem PKV-Versicherten von seinem Arzt eine Rechnung ausgestellt, die er (ebenso wie Arzneimittelrezepte) bei seiner Versicherung zwecks Kostenerstattung einreicht.

Auskunftsanspruch des privat Versicherten

Privatversicherte haben bei voraussichtlichen Behandlungskosten, die 2.000 Euro (beihilfeberechtigte Beamte: 1.000 Euro) übersteigen, gegenüber ihrer Versicherung einen gesetzlichen Anspruch auf eine verbindliche Auskunft über den Umfang der von der Versicherung übernommenen Leistungen. Die Versicherung muss diesen Auskunftsanspruch in dringenden Fällen unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen erfüllen. In anderen Fällen muss die Versicherung innerhalb von vier Wochen Auskunft geben.

Alle Krankenversicherten haben zudem ein Recht auf Einsichtnahme in ihre Behandlungsunterlagen.

Die zulässigen Arztgebühren

Bei durchschnittlich schwierigen und zeitaufwändigen Leistungen dürfen Ärzte und Zahnärzte den gemäß den Gebührenordnungen für Ärzte bzw. Zahnärzte zulässigen „Regelhöchstsatz“ abrechnen. Abweichungen nach oben bedürfen der Begründung. Erstattungen durch die PKV können im PKV-Versicherungstarif auf einen bestimmten Höchstsatz begrenzt werden.

Abrechnung

Auf der Grundlage des zwischen Arzt und Patient abgeschlossenen Behandlungsvertrages erhalten Privatversicherte eine Rechnung, die sie zwecks Erstattung an ihre Krankenversicherung weiterleiten können. Eine Barzahlung nach einer Behandlung ist in Deutschland nicht vorgesehen.

Stationäre Behandlung

Bei stationären Behandlungen wird zumeist zwischen Krankenhaus und PKV direkt abgerechnet. Die Abrechnung gesondert erbrachter Chefarztleistungen erfolgt jedoch über den Patienten.

Unterschiede zwischen PKV und GKV


Hier finden Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen PKV und GKV im Überblick:

Tabelle: Die Unterschiede zwischen PKV und GKV
private Krankenversicherung (PKV) gesetzliche Krankenversicherung (GKV)
Versicherung von Familienmitgliedern
  • separater Beitrag für jedes Familienmitglied
  • beitragsfreie Familienversicherung möglich
Beitragsberechnung
  • nach Eintrittsalter, Berufsgruppe, Gesundheitszustand und gewähltem Versicherungsumfang
  • einkommensabhängig bis zur Beitragsbemessungsgrenze
Beitragsveränderungen
  • Beitragsanpassung entsprechend der Kostenentwicklung z. B. durch erhöhte Leistungsinanspruchnahmen oder aufgrund des medizinischen Fortschritts
  • automatische Anpassung bei Einkommensveränderungen und ggf. bei Änderung der Beitragsbemessungsgrenze
Altersabhängigkeit der Beiträge
  • jüngere Versicherte ohne Vorerkrankungen: günstige Beiträge
  • mit steigendem Alter deutlich erhöhte Beiträge möglich
  • keine Abhängigkeit der Beiträge vom Alter eines Versicherten
Kostenübernahme der Beiträge durch Arbeitgeber
  • Arbeitgeberzuschuss bis zu 50 Prozent der tatsächlichen Kosten, jedoch nur bis zum maximalen Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Arbeitgeberzuschuss in Höhe von derzeit 7,3 Prozent des Bruttogehaltes bis zur Beitragsbemessungsgrenze
    • Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2013 bei 3.937,50 Euro.
    • Der maximale Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung beträgt daher 287,44 Euro (7,3 % von 3.937,50 Euro).
Leistungsumfang
  • grundsätzlich kein Krankengeld
  • jedoch möglich: Abschluss einer zusätzlichen Krankentagegeldversicherung
  • Zahlung eines verdienstabhängigen Krankengeldes
Prinzipien der Leistungserbringung
  • Leistungen bei medizinisch notwendiger Heilbehandlung
  • nicht zwingend: Wirtschaftlichkeitsgebot
  • lediglich ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Leistungen, die das notwendige Maß nicht überschreiten
rechtliche Grundlage der Leistungserbringung
  • privatrechtlicher Vertrag zwischen Versichertem und einem Versicherungsunternehmen
  • Gültigkeit der vereinbarten Leistungen für die gesamte Vertragslaufzeit
  • indirekte Ausnahme: Basis- und Standardtarif, die an den GKV-Leistungen orientiert sind
  • Sozialgesetzbuch, Richtlinien des „Gemeinsamen Bundesausschusses“ und Satzung der einzelnen Krankenkasse
  • Veränderbarkeit der Leistungen durch rechtliche Änderungen und durch Entscheidungen der Selbstverwaltungsorgane der Krankenkassen
Gültigkeitsdauer des Leistungsumfangs
  • Gültigkeit der vereinbarten Leistungen für die gesamte Vertragslaufzeit
  • Veränderbarkeit der Leistungen durch rechtliche Änderungen und durch Entscheidungen der Selbstverwaltungsorgane der Krankenkassen
Patientenquittungen
  • stets Erstellung einer Rechnung
  • Quittung nur auf Wunsch des Patienten

Private Krankenversicherungen Test


Wer eine private Krankenversicherung abschließen möchte, der sollte sich zunächst über die von den Krankenversicherern sehr unterschiedlich zusammengestellten Leistungspakete informieren. Eine auf die persönlichen Bedürfnisse maßgeschneiderte Krankenversicherung vermeidet unnötige Prämienausgaben. Ein Vergleich über ein Versicherungsportal ermöglicht einen objektiven Vergleichstest der vielfältigen Krankenversicherungstarife.

Häufig gestellte Fragen


Häufig gestellte Fragen zur PKV

Häufig gestellte Fragen zur PKV

Wie kann ein Selbstständiger, dessen Gewerbe kaum noch Einkünfte abwirft, die private Krankenversicherung verlassen?

Ein Selbstständiger kann nur dann aus der PKV zurück in die in die GKV wechseln, wenn er seine Selbstständigkeit aufgibt und als Arbeitnehmer ein Einkommen unterhalb der Jahresentgeltgrenze bezieht. Bei völligem Wegfall des Einkommens ist auch ein Wechsel in die Familienversicherung des Ehegatten möglich.

Quelle:
http://www.finanztip.de/recht/versicherungen/pkv-rueckkehr-gkv.htm

Kann ich meine Ehefrau in meine private Krankenversicherung mit aufnehmen?

Nein. Jedes Familienmitglied muss selbstständig in der privaten Krankenversicherung versichert werden.

Welche private Krankenversicherung ist für Referendare an der Schule empfehlenswert?

Für Referendare stellen private Krankenversicherungen bis zum vollendeten 35. Lebensjahr prämiengünstige Ausbildungstarife zur Verfügung.

Wie viel kostet ungefähr eine private Krankenversicherung?

Die Beiträge für eine private Krankenversicherung variieren nach gewählten Tarifleistungen, Selbstbehalt, individuellen Risiken, Lebensalter und eventuellen Zuschlägen bei Vorerkrankungen. Die günstigsten Monatsbeiträge (ohne Selbstbehalt inklusive Pflegeversicherung) liegen beispielsweise für dreißigjährige Privatversicherte zwischen 215 und 260 Euro (Stand: Versicherungsbeginn 01.11.2013).

Ist der Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung steuerfrei?

Der Arbeitsgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung ist in der durch §§ 249, 257 Sozialgesetzbuch V gesetzlich festgelegten Höhe (die Hälfte der gesamten Versicherungsbeitrages, maximal jedoch die Hälfte des Höchstbeitrages in der gesetzlichen Krankenversicherung) steuerfrei (§ 3 Nr. 62 Einkommensteuergesetz).

Gewährt der Arbeitgeber allerdings höhere Zuschüsse, so muss der Arbeitnehmer die über die gesetzlich festgelegten Zuschüsse hinausgehenden Beträge versteuern.

Quellen:
http://www.steuerlinks.de/steuerlexikon/lexikon/arbeitgeberzuschuss.html
http://www.finanztip.de/recht/versicherungen/pkv-arbeitgeberzuschuss.htm

In welchen Fällen kann mir meine private Krankenversicherung kündigen?

Die private Krankenversicherung darf einen abgeschlossenen Vertrag grundsätzlich nicht kündigen (§ 206 Versicherungsvertragsgesetz). Selbst Beitragsrückstände berechtigen die Krankenversicherung nicht zur Kündigung.

Wenn allerdings der Versicherte im Versicherungsantrag Vorerkrankungen nicht angegeben hat, so kann die Krankenversicherung vom Vertrag zurücktreten. Außerdem ist eine fristlose Kündigung bei einem Fehlverhalten des Versicherten möglich. Ein solches Fehlverhalten liegt z. B. vor, wenn der Versicherungsnehmer versucht, sich Versicherungsleistungen rechtswidrig zu erschleichen.

Wenn lediglich eine Krankentagegeld- oder Krankenhaustageversicherung besteht, so kann diese durch die private Krankenversicherung innerhalb der ersten drei Vertragsjahre gekündigt werden.

Quellen:
http://www.geldwelt.de/geldwelt-news-service-versicherung-20100412-Fristlose_kuendigung_durch_die_private_krankenversicherung.php
http://www.gute-private-krankenversicherung.com/pkv-lexikon/kuendigung-durch-den-versicherer.php

Was spricht für und gegen die Vereinbarung eines Selbstbehaltes bei einer privaten Krankenversicherung?

Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung bei einer privaten Krankenversicherung führt oft zu erheblichen Beitragseinsparungen insbesondere bei Selbstständigen. Die Einsparungen fallen hingegen bei Arbeitnehmern weniger groß aus, da der Arbeitgeber mit seinem Beitragszuschuss ungefähr die Hälfte der Versicherungsprämie übernimmt. Zudem muss der Arbeitnehmer einen fälligen Selbstbehalt alleine tragen.

Zu bedenken ist, dass der Versicherte später jederzeit in einen Tarif mit einer höheren Selbstbeteiligung wechseln kann. Wünscht der Versicherte jedoch zukünftig eine geringere Selbstbeteiligung, so fordert die Krankenversicherung zumeist eine erneute Gesundheitsprüfung. Oft wird daher unter Optimierung der Versicherungsprämie eine (jedoch nicht allzu hohe) Selbstbeteiligung gewählt.

Quelle:
http://www.finanztip.de/recht/versicherungen/pkv-selbstbehalt.htm

Private Krankenversicherung trotz Antidepressiva?

Liegt zum Zeitpunkt des Antrages auf Abschluss eines Krankenversicherungsvertrages eine psychische Vorerkrankung vor, so schließen private Krankenversicherer häufig psychotherapeutische Leistungen aus oder lehnen sogar den Vertragsabschluss gänzlich ab.

Quelle:
http://www.bptk.de/patienten/wege-zur-psychotherapie/wer-uebernimmt-die-kosten.html

Wird ein Psychologe von der privaten Krankenversicherung bezahlt?

Die private Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung, wenn die Leistung Psychotherapie im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Die Leistungen der privaten Krankenversicherungen bei psychotherapeutischen Behandlungen weichen deutlich voneinander ab.

Ab welchem Punkt ist die private Krankenversicherung billiger als die gesetzliche?

Da die Versicherungsprämie in der PKV maßgeblich vom gewählten Tarif und von der Höhe des Selbstbehaltes abhängt, kann eine generelle Aussage über Kostenvorteile der PKV gegenüber der GKV nicht getroffen werden. Zumeist liegen die PKV-Beiträge in jüngeren Jahren unter den Beiträgen der GKV, während die GKV-Beiträge in höherem Lebensalter häufig niedriger als in der PKV ausfallen.

Ist eine private Krankenversicherung bei einem Kleingewerbe notwendig?

Wer außerhalb eines Kleingewerbes keine weiteren Einnahmen erzielt, kann zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung frei wählen.

Wie kann ich als Student die Privaten Krankenversicherung wieder verlassen?

Studenten, die sich für die PKV entschieden haben, bleiben bis zur Aufnahme eines sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses privat versichert. Zwar kann durch Aufnahme eines solchen Arbeitsverhältnisses schon während des Studiums die gesetzliche Krankenversicherungspflicht wieder aufleben. Beachtet werden muss aber, dass bei Beendigung einer solchen Beschäftigung innerhalb von zwölf Monaten eine Rückkehr in die private Krankenversicherung erforderlich ist.

Wie überprüft die PKV die Gesundheitsfragen aus dem Antrag?

Bei Antragstellung nehmen die privaten Krankenversicherungen eine Risikoeinstufung aufgrund der im Versicherungsantrag beantworteten Gesundheitsfragen vor und berechnen daraufhin den individuellen Beitrag. Tritt ein Versicherungsfall ein, so überprüft die PKV die im Antrag gemachten Angaben durch Befragung von Ärzten, die der Versicherte bereits durch Unterschrift im Versicherungsantrag von der Schweigepflicht entbunden hat.

Innerhalb welcher Frist müssen private Krankenversicherungen die Kosten zurückerstatten?

Gemäß § 14 VVG muss die Erstattung durch die Krankenkasse innerhalb „eines Monats seit der Anzeige des Versicherungsfalles“ erfolgen, ggf. durch Zahlung eines Abschlagsbetrages.

Quelle:
http://www.pkv-versichern.de/ratgeber/pkv-erstattung.html

Ist die private Krankenkasse im Alter noch bezahlbar?

Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge zur PKV gewöhnlich aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen und auch wegen des medizinischen Fortschritts. Ein Teil dieser Beitragssteigerungen wird aber durch die aus den Versicherungsprämien gebildeten Altersrückstellungen aufgefangen. Zudem besteht jederzeit die Möglichkeit, in einen kostengünstigeren Tarif zu wechseln. Nicht zuletzt bieten private Krankenversicherungen Vorsorgetarife an, die eine Reduzierung der Beiträge in höheren Lebensjahren bewirken.

Wer zahlt die private Krankenversicherung, wenn meine Frau weiter in Elternzeit ist?

Eine Beitragsbefreiung ist in der PKV während der Elternzeit zwar grundsätzlich nicht vorgesehen, doch bieten einige private Krankenkassen für sechs oder zwölf Monate eine Beitragsermäßigung oder Beitragsbefreiung an. Da der Arbeitgeber während der Elternzeit keinen Beitragszuschuss zahlt, muss der Beitrag vollständig vom Versicherten getragen werden.

Zahlt die Krankenkasse eine feste Zahnspange?

Die Übernahme der Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung richtet sich nach dem mit der Krankenversicherung vereinbarten Tarif. Gewöhnlich werden 80 bis 100 Prozent der Kosten übernommen, soweit eine medizinische Notwendigkeit z. B. für eine feste Zahnspange gegeben ist.

Kann eine private Krankenversicherung gekündigt werden, wenn eine Vorerkrankung nicht angegeben wurde?

Die im Versicherungsantrag aufgeführten Gesundheitsfragen müssen vom Antragsteller stets wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei grob fahrlässig oder vorsätzlich falschen Angaben besteht ein langjähriges Anfechtungs- oder Kündigungsrecht der Versicherung. Der Versicherte erhält die von ihm gezahlten Beiträge nicht zurück und muss unter Umständen erbrachte Versicherungsleistungen zurückerstatten.

Quelle:
http://www.test.de/Private-Krankenversicherung-Waren-Sie-jemals-krank-1032323-2032323/

Was muss ich beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung beachten?

Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist eine sorgfältige Information über die Leistungsunterschiede von gesetzlicher und privater Krankenversicherung erforderlich. Entscheidend sind die Auswahl eines auf die persönlichen Bedürfnisse maßgeschneiderten Leistungspaketes und die gründliche Prüfung des Preis-Leistungs-Verhältnisses der verfügbaren Angebote. Jeder Interessent muss sich mit den einzelnen Vertrags- und Leistungsbestimmungen detailliert auseinandersetzen. Vor dem Wechsel in die PKV ist auch zu berücksichtigen, dass eine Rückkehr in die GKV nur ausnahmsweise möglich ist.

Wie erfolgt die Krankenversicherung beim Kind, wenn die Mutter gesetzlich und der Vater privat versichert ist?

Wenn jeweils ein Elternteil in der GKV und in der PKV versichert ist, so kommt es für die Versicherung des Kindes auf das Einkommen der beiden Elternteile an.

Verdient der Vater mehr als die Mutter und liegt sein Einkommen oberhalb der „Jahresentgeltgrenze“ von 52.200 Euro (2013), so kann das Kind nicht in der beitragsfreien GKV-Familienversicherung der Mutter versichert werden. Das Kind wird dann entweder privat oder freiwillig gesetzlich versichert.

Liegt das Einkommen des Vaters unter der Jahresentgeltgrenze und ist die Mutter gesetzlich pflichtversichert, so ist das Kind über die Mutter in der beitragsfreien Familienversicherung zu versichern. Gleiches gilt, wenn das Einkommen der freiwillig versicherten Mutter über dem des Vaters liegt.

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