Prepaid oder Vertrag? Was sich heute lohnt

Festvertrag oder Prepaid?Foto ©Bigstock

Prepaid oder Vertrag?

Das Handy ist und bleibt das Unterhaltungs- und Kommunikationsmedium Nummer eins. Mittlerweile haben sich Formen und Funktionen zwar deutlich gewandelt, doch an der alten Frage, ob sich ein Mobiltelefon mit einem Vertrag oder einer Prepaied-Karte „besser“ nutzen lässt, scheiden sich nach wie vor die Geister. Auch die neueste Meldung, dass Handy der Neuzeit, auch Smartphone genannt, sei als die Erfindung des 21. Jahrhunderts gekürt worden, kann an diesem Dauerstreit nichts ändern. Ganz im Gegenteil: Durch die Verbreitung von Smartphones, also Handys samt Internetzugangsoption, wird die Debatte um Vertrag oder kein Vertrag nur noch angeheizt. Warum dies so ist, wo die jeweiligen Vor- und Nachteile der beiden Nutzungsoptionen liegen, und worauf es dabei grundsätzlich zu achten gilt, verraten die folgenden Zeilen.

Sicher ist sicher

Einen der größten Vorteile einer Prepaied-Karte kann deren Abrechnungsweise darstellen. Anders als bei der Handynutzung mit einem Vertrag kann – zumindest bei der klassischen Variante – lediglich die Summe verbraucht werden, die der Nutzer zuvor auf sein Guthaben einzahlt. Vor den allseits befürchteten Handy-Wucher-Rechnungen ist der Nutzer hier also weitestgehend geschützt. Zwar gibt es mittlerweile durchaus einige Anbieter, die ihren Kunden die Möglichkeit bieten, mit automatischen Aufladeoptionen ihr Guthaben „im Hintergrund“, sprich ohne Zutun des Kunden, aufzutanken, doch hierfür sind zunächst entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Doch das kann auch tücken bergen… So muss etwa die Zahlungsmethode insoweit verändert werden, als dass per Lastschrifteinzugsverfahren das Bankkonto des Nutzers belastet werden darf. Apropos Zahlungsmethode: Für den Prepaied Kunden von heute gibt es mittlerweile bei Weitem nicht mehr einzig und allein die Möglichkeit, das Guthaben über einen zuvor erworbenen Bon aufzuladen: Per SMS, Kurzanruf, Sofortüberweisung oder einer monatlichen Grundaufladung darf die Prepaied-Karte aufgeladen werden.

Im Zeitalter der Flatrates sind übrigens auch Nutzer eines Handyvertrages einigermaßen sicher vor überteuerten Abrechnungen, doch allumfassende Flatrates sind hier bei Weitem noch nicht die Regel: Einige Anbieter bieten ihren Kunden unter der Bezeichnung „Telefon Flatrate“ lediglich Formen an, die sich nicht auf Mobilfunk- und Festnetzverbindungen gleichermaßen beziehen. Zudem kosten Gespräche ins Ausland nach wie vor Geld. Geld, welches der Kunde auf jeden Fall zu bezahlen hat, denn egal, wie hoch die Summen für solch „Zusatzdienste“ ausfallen: Der Kunde hat einen Vertrag unterschrieben und sich damit verpflichtet, alle entstehenden Kosten zu zahlen. Verständlich also, dass viele Eltern ihren Schützlingen lediglich die Nutzung eines Handys/Smartphones samt Prepaied-Karte zugestehen.

 

Der Trip ins Web

Von vielen überzeugten Vertragskunden wird eine schnellere und sichere Internetverbindung als Begründung für die Nutzung eines Handyvertrages angegeben, da einzig und allein Handyverträge flotte Internetausflüge gewährleisten würden. Vor drei, vier Jahren konnte diese Ansicht durchaus bestätigt werden, gilt mittlerweile allerdings als überholt: Wer im Monat ein Datenvolumen von 200 bis 500 MB verbraucht, ist auch mit einer Prepaied-Karte grundsätzlich flink im Netz unterwegs. Einzig und allein sobald ein größeres Datenvolumen gewünscht wird, könnte sich in dieser Hinsicht der Griff zum Handyvertrag lohnen, doch andere Nutzer sind mit der Vorausbezahlmethode in puncto Tempo grundsätzlich ebenfalls gut beraten. Eine sinnvolle Hilfestellung kann hier ein Netzvergleich bieten: Völlig kostenlos dürfen mit solch einem Netzvergleich, der je nach Postleitzahl beziehungsweise klassischer Kartenansicht die verschiedenen Signalstärken angibt, alle Anbieter beziehungsweise Netzbetreiber auf deren Geschwindigkeit getestet werden. Insbesondere für Personen, die einen Handyvertrag anvisieren, kann sich diese Option mehr als lohnen, da auch bei dieser Nutzmethode insbesondere in ländlichen Gebieten Funklöcher für Schneckentempo beim Internetausflug sorgen können. Bevor sich der Kunde also für 24 Monate, die reguläre Laufzeit eines Handyvertrags, an unbefriedigende Übertragungsraten und Funkausfällen bindet, zahlen sich die wenigen Klicks umso mehr aus!

Eine Frage des Preises

Ob sich nun der Griff zu einer Prepaied-Karte oder zu einem Handyvertrag mehr lohnt, hängt selbstverständlich letzten Endes auch vom Preis des jeweiligen Anbieters ab. Hierbei gilt, dass sich letztere Variante grundsätzlich ausschließlich für Personen, die wirklich viel mit ihrem Smartphone telefonieren und sich auch regelmäßig außerhalb der eigenen vier Wände, sprich außerhalb des heimischen und somit meist kostenlosen WLAN, durch die unendlichen Weiten des Webs bewegen, eignet. Mittlerweile haben nämlich auch die Prepaied Größen wie Aldi, Blau.de und Fonic diverse Pakete zusammengeschnürt, aus denen sich der Kunde jeweils seinen ganz persönlichen Tarif zusammenstellen kann. Und diese Tarife fallen für Personen, die ihr Handy nur gelegentlich bis mäßig nutzen, schlichtweg preiswerter als die „Alles drin, alles dran“-Optionen der großen Mobilfunkpartner aus. Hinzu kommt, dass diese Pakete je nach Belieben verändert werden dürfen: Sollte der Nutzer merken, dass er gar nicht all seine Gratisgesprächsminuten benötigt, so kann er auch zu einer niedrigen Gratis-Offerte greifen beziehungsweise ganz einfach seinen bestehenden Auftrag per Onlineweisung anpassen.

Und: Der Prepaied-Vertrag darf sogar ohne weiterer Begründung komplett ausgesetzt werden – die Auszahlung des Guthabens ist heutzutage bei jedem Anbieter möglich. Einen großen Vorteil kann ein Handyvertrag dann dennoch bieten: Wer nämlich mit LTE, dem neuesten und schnellsten Datentransfer, durch das Internet sausen will, darf dies lediglich als Kunde bei den beiden großen Fischen der Mobilfunkbranche, bei der Telekom und bei Vodafone, tun: Nur diese beiden Größen gewähren ihren Kunden den maximalen Internetzugang mit theoretischen Übertragungsgeschwindigkeiten von 150 MB pro Sekunde. Doch Vorsicht: Unter realen Bedingungen kommen hier lediglich Übertragungsraten von 20 MB pro Sekunde zustande – was im Vergleich zum Otto-Normaltarif jedoch immer noch sehr flott ist.