Steuer- & Finanztipps zum Jahresende: jetzt noch handeln und profitieren

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Für die meisten Menschen ist das Ende des Kalenderjahres gleichbedeutend mit dem Ende des Steuerjahres. Und dort geht es um wertvolles Geld – umso wichtiger ist es, die letzten Tage des Jahres zu nutzen und außerdem einen Blick in die Zukunft zu werfen.

Die Devise: Geld ausgeben mit Plan

Der Stichtag zur Kündigung der KFZ-Versicherung ist vorüber, doch davon abgesehen gibt es bis zum 31.12. noch einige Dinge zu erledigen. Zum Beispiel die Einkommenssteuer: Arbeitnehmer und Unternehmer mit Steuerberater haben bis Jahresende Zeit, um alle nötigen Unterlagen einzureichen. Gleichzeitig sollte das aktuelle Steuerjahr im Blick behalten werden; mit einer schnellen Kalkulation findet man heraus, ob es sich lohnt, 2015 noch bewusst Geld auszugeben, um den Steuerbetrag im nächsten Jahr zu senken – und das, obwohl der Steuerfreibetrag 2016 erhöht wird. Viele kleine Spartricks helfen dabei, beispielsweise:

  • Haushaltsarbeiten: Bekanntlich gehört die Handwerkerrechnung in die Steuererklärung. Der jährlich absetzbare Betrag liegt bei maximal 1.200 Euro, allerdings werden dort nur Arbeitskosten berechnet, keine Materialanschaffungen. Ebenfalls wichtig: Barzahlungen werden nicht geltend gemacht – die Bezahlung auf Rechnung ist Pflicht.
  • Die Eigenbelastung bei Gesundheitskosten wird vom Finanzamt teilweise ausgeglichen. Je mehr Ausgaben für Arztbesuche und vom Arzt verordnete Medikamente, Utensilien und Behandlungen vorliegen, desto größer ist die Chance, finanziellen Profit daraus zu schlagen. Bei noch offenen Arztrechnungen lohnt es sich, diese noch 2015 zu begleichen; falls das Geld dafür knapp ist, könnte ein Sofortkredit aushelfen. Die niedrigen Zinsen, wie sie zum Beispiel bei Smava üblich sind, lohnen sich, denn die Steuerersparnis ist deutlich größer.
  • Auch Arbeitsmittel dürfen abgesetzt werden. Kurz vor Weihnachten gibt es in allen Warengruppen besonders gute Angebote; der Kauf lohnt sich also, und da Dinge wie Laptop, Aktentasche, Schreibtisch oder Fachliteratur steuerlich geltend gemacht werden können, ist der Einkauf umso empfehlenswerter.
  • In der Privaten Krankenversicherungen sind auch Vorauszahlungen möglich. Diese Methode ist sehr beliebt, um die Steuerlast für das laufende Jahr nach Belieben zu verringern – die nötige Liquidität vorausgesetzt. Auch hier kann ein Kredit von Nutzen sein, denn wegen der hohen Summen in der PKV ist die Steuerersparnis durch Vorauszahlungen absolut nennenswert.
  • Ein weiterer Weg, Geld legitim und in freier Höhe auszugeben, sind Spenden. Wichtig ist nur, dass der Spendenbeleg aufbewahrt wird, denn dieser muss beim Finanzamt vorgelegt werden. Übrigens kann nicht nur Geld gespendet werden, sondern auch Gegenstände.
  • Last, but not least: Auch die Standesämter freuen sich im Dezember über regen Zulauf. Gerade Paare mit großen Einkommensdifferenzen profitieren steuerlich von einer Hochzeit kurz vor Jahresende, da der Besserverdienende rückwirkend für das ganze Jahr in einer besseren Steuerklasse eingestuft wird. Die Dezember-Blitzhochzeit sollte natürlich nicht alleine aus steuerlichen Gründen durchgeführt werden, doch wer ohnehin über das Heiraten nachdenkt, kann sich mit dieser Terminierung die Flitterwochen vom Finanzamt bezahlen lassen – und dieser Gedanke ist durchaus motivierend. Umgekehrt gilt folglich: Mit einer Scheidung sollte man bis Anfang 2016 warten.

Darüber hinaus gibt es auch gute Nachrichten von der Bundesregierung. Im kommenden Jahr soll die kalte Progression abgeschwächt werden werden, eine Entlastung von rund 1,4 Milliarden Euro pro Jahr wird angestrebt.

Kindergeld: Steuer-ID nicht verschlafen

Weiter geht es mit organisatorischen Dingen für Eltern. Das Kindergeld wird 2016 weiter angehoben, ausgezahlt wird es allerdings nur noch mit Steueridentifikationsnummer. Dieser formelle Aufwand sollte nicht zu lange aufgeschoben werden, da Zahlungen ansonsten ersatzlos gestrichen werden können. Auch eine rückwirkende Auszahlung ist dann nicht mehr möglich. Laut den Ämtern haben viele Eltern die ID-Nummer noch nicht beantragt und es wird dringend geraten, den Antrag noch vor Ende 2015 zu stellen.

Steuertipps zum Jahresende

Steuertipps zum Jahresende

KfW-Förderung für Photovoltaik läuft aus

Photovoltaik-Betreiber bekommen 2016 vermutlich ein neues Förderprogramm. Die bisherige Speicherförderung der KfW läuft in jedem Fall Ende 2015 aus und auch hier gilt, dass Abschlüsse vor Jahresende den vollen Zuschuss erhalten. Wer auf Nummer sicher gehen will, der handelt folglich noch in den nächsten 14 Tagen. Denn die künftige Förderung ist noch mit vielen Fragezeichen versehen; sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene wurde das Thema in den letzten Monaten stark diskutiert – einen definitiven Katalog gibt es trotzdem noch nicht. Volumen, Dauer, Umfang und Voraussetzungen des neuen Programms sind noch nicht bekannt; fest steht lediglich, dass das seit 2013 laufende Förderprogramm für alle Beteiligten ein voller Erfolg war und deswegen in verwandter Form weitergeführt werden soll. Ob die Vergabekriterien dabei scharf angezogen werden, wie es die KfW ab April 2016 bei den Zuschüssen für Energiesparhäuser macht, bleibt abzuwarten, wäre jedoch nicht allzu überraschend. Vor allem Effizienz und Wirkungsgrad der Solaranlagen dürften dabei ein Thema sein.

Wichtige Entscheidung steht bei Elektroautos an

Autofahrer sind Veränderungen bereits gewohnt. Auch 2016 wird sich einiges ändern, vor allem Halter und Interessenten von Elektroautos sind davon betroffen. Und zwar zum Negativen: Die Befreiung von der KFZ-Steuer wird von bislang zehn auf fünf Jahre gesenkt, dies gilt für alle Elektrofahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2016 angemeldet werden. Damit vollzieht der Staat eine Rolle rückwärts, denn der sehr attraktive Zeitraum von zehn Jahren wurde erst 2012 gültig – vorher waren es fünf Jahre.

Mit dieser Maßnahme reagiert der Staat auf die wachsende Zahl deutscher Elektroautos und vor allem auf die Prognosen für die Zukunft. Glaubt man Branchengrößen wie dem US-Hersteller Tesla, wird der Elektromarkt in den kommenden Jahren exponentiell wachsen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen zu haben, wird von der Gesetzesänderung somit nicht direkt beeinflusst, doch kurz danach werden E-Fahrer zur Kasse gebeten. Auch das könnte sich auf die Entscheidung, ein Elektroauto zu kaufen auswirken, denn bereits der Kaufpreis ist eine Hürde und die niedrigen laufenden Kosten, zu denen auch die Steuerbefreiung gehört, sorgen für einen Ausgleich.

Immerhin: Wer aktuell mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto zuzulegen, der sollte noch dieses Jahr zugreifen, denn bis zum 31. Dezember angemeldete Fahrzeuge fallen unter die bisherige Regelung von zehn Jahren. Dabei ganz wichtig: Wenn das Elektrofahrzeug nach fünf Jahren verkauft wird, müssen auch rückwirkend keine Steuern gezahlt werden. Einzig die Kosten für die KFZ-Versicherung sowie für den Verbrauch fallen an, doch letzterer ist bei E-Autos angenehm niedrig.

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