Weniger Steuern, aber mehr zu besteuernde Rentner, die Steuer-ID für das Kindergeld, der Einbehalt der Kirchensteuer durch Banken und Versicherungen beziehungsweise die Informationen hierzu und die Freibeträge für Werbungskosten sind die wichtigsten Änderungen bei den Steuern 2016. Viele Steuerpflichtige können auf eine Ersparnis von bis zu 150 Euro hoffen.

Arbeitnehmer: Änderung des Grundfreibetrages und der Steuersätze

Der Grundfreibetrag für die Steuern 2016 wurde erhöht, zudem verringern sich die Steuersätze, was auch bei gleichem Einkommen gilt. Die Steuerschuld sinkt daher für Arbeitnehmer einheitlich, wenn sich sonst keine persönlichen Änderungen (z.B. durch andere Steuerklasse) ergeben. Weitere Informationen hierzu sind auf www.steuern.de zu finden.

Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften müssen ab 2016 nur noch alle zwei Jahre die SK IV + Faktor beim Finanz­amt beantragen. Es wird wie immer ein Faktor errechnet, der künftig für zwei Jahre gültig bleibt. Der Grund­frei­betrag, der schon 2015 gestiegen war, erhöht sich 2016 nochmals um 180 Euro und beträgt dann für jeden Steuerbürger 8.652 Euro.

Arbeitgeber: Was ist bei den Steuern 2016 zu beachten?

Auch Arbeitgeber müssen ab 2016 aufmerksam sein. Die Frei­beträge, die sie beim Lohn­steuer­abzug in der Lohnsteuererklärung zu berück­sichtigen haben (unter anderem für hohe Werbungs­kosten), bleiben zukünftig für die nächsten zwei Jahre gültig. Änderungen sind nur noch dann dem Finanzamt zu melden, wenn sie sich zwischenzeitlich ergeben. Bei geringfügiger Beschäftigung können Arbeitgeber ab 2016 den Lohn pauschal mit 25 % bei einer Obergrenze von arbeitstäglich 68 Euro versteuern. Damit wird die neue Mindest­lohnregelung bei den Steuern 2016 umgesetzt. Der Stundenlohn von 8,50 Euro führt zu einem Tageslohn von 68 Euro bei acht Arbeits­stunden.

Besonderheiten bei den Steuern 2016

Es gibt bei den Steuern 2016 mehrere Änderungen, die Mitteilungen zur Kirchensteuer, Rentner und Familien mit Kindern betreffen (siehe gesonderter Abschnitt). Zunächst einmal verändert sich der Turnus der Mitteilungspflicht von Versicherungen, Banken, Kapitalgesellschaften und Genossenschaften bezüglich der einbehaltenen Kirchensteuer. Diese Mitteilung erhält der Kunde nur noch einmal, nicht mehr jährlich wie bisher. Einige Rentner werden zudem erstmals bei den Steuern 2016 erfasst. Durch die erfolgte Rentenerhöhung werden voraussichtlich 70.000 Ruheständler ab 2016 erstmals Steuern zahlen. Ihre erhöhten Einkünfte übersteigen das steuerfreie Existenzminimum. Die höheren Renten bringen die betroffenen Senioren in die Steuerpflicht. Das bringt dem Staat übrigens schätzungsweise 310 Millionen Euro an Mehreinnahmen ein. Die gesetzliche Rente hatte sich ab Juli 2015 erhöht, für die alten Bundesländern stieg sie um 2,1 %, für die neuen Länder um 2,5 %. Die Zahl der Steuerpflichtigen mit Rentenbezug steigt ab 2016 auf 3,9 Millionen. Das ist immer noch ein nur geringer Teil aller Rentner, deren Zahl in Deutschland bei über 20 Millionen liegt. Ein zusammen veranlagtes Ehepaar zählt wie ein Steuerpflichtiger. Die Steuerlast hängt nicht allein von der Rente ab, auch Zusatzeinkünfte werden berücksichtigt. Das sind in einigen Fällen Zusatzverdienste aus einer Erwerbstätigkeit, in anderen Fällen Einkünfte aus Mieten oder Kapitalanlagen. Die Rentensteuer gibt es erst seit 2005, von ihr werden immer mehr Neurentner erfasst. Die Renten steigen, damit die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer, die gleichzeitig in zunehmendem Umfang von der Einkommensteuer befreit werden. Dafür zahlen nun mehr Rentner eine Einkommensteuer.

Änderungen beim Kindergeld 2016

Hier gibt es mehrere Änderungen, die nicht alle direkt die Steuer betreffen, jedoch wichtige Meldungen. Ab 2016 gilt die Pflicht zur Abgabe von zwei Steuer-IDs für den Bezug von Kindergeld – der des Kindes und der des bezugsberechtigten Elternteils. Diese Steuer-ID erhält jeder Bürger schon ab der Geburt, sie bleibt lebenslänglich unverändert. Sie kann daher gleich nach der Geburt beim ersten Antrag auf Kindergeld abgegeben werden, doch sie betrifft natürlich auch die gegenwärtigen Bezieher von Kindergeld. Der Staat will auf diese Weise den Doppelbezug von Kindergeld unterbinden. Diejenigen Eltern, die für ältere Kinder schon bislang eine Kindergeldzahlung erhalten, sollten sich um die beiden Steuer-IDs kümmern und diese alsbald bei der Familienkasse einreichen. Der Bezug wird nicht automatisch am 01.01.2016 eingestellt, selbst wenn noch keine Steuer-IDs vorliegen. Jedoch müssen diese irgendwann im Verlaufe des Jahres 2016 eingereicht werden, wobei das Bundeszentralamt für Steuern bislang noch keinen eindeutigen Termin End-Termin genannt hat (Stand: November 2015). Das Bundeszentralamt für Steuern liefert auf seiner Webseite hierzu alle nötigen Informationen und bietet für das Einholen der persönlichen Steuer-ID auch ein Formular an. Änderungen gibt es auch beim Kindergeld, das ab 2016 nochmals um zwei Euro pro Kind steigt (eine Erhöhung um vier Euro gab es schon 2015). Steuerlich relevant ist der Kinderfreibetrag:

    • 2016 erhöht sich der Kinderfreibetrag um 96 Euro 7248 Euro, die zwischen beiden Eltern hälftig aufgeteilt werden.
    • Der Betreuungsfreibetrag von 2.640 Euro pro Kind (1.320 Euro für jedes Eltern­teil) bleibt unverändert.
    • Der Kinder­zuschlag erhöht sich ab dem 01.07.2016 um 20 Euro, es können maximal 160 Euro pro Monat werden.
    • Keine Änderungen gibt es beim Entlastungsbetrag für ein alleinerziehendes Elternteil.

Die Entlastungen bei den Steuern 2016 sind lange geplant und politisch ausgehandelt worden, sie belasten allerdings die öffentlichen Kassen um geschätzte fünf Milliarden Euro.