Tariefvergleich im Internet – Wo lohnt sich ein Vergleich?

Preisvergleich im InternetFoto ©Bigstock
Mit dem Einzug des Internets in unserer Dasein baute sich langsam eine digitale Parallelwelt auf, die vorher weit entfernte Personen, Sehenswürdigkeiten, Länder und vieles mehr mit ein paar Klicks in Realzeit auf den Monitor holte. Der Handel war hierbei keineswegs ein Mitstreiter der ersten Stunde, sondern fand sich erst langsam in das neue Medium ein. Dafür sind der Warenumschlag und das Angebot an Dienstleistungen heute sicherlich als die dominierenden Segmente im Internet zu betrachten. Sowohl findige Start-ups wie auch Non-Profit-Organisationen im Bereich Verbraucherschutz erkannten relativ schnell die schier unbegrenzten Möglichkeiten, die sich mit dem E-Commerce in einem speziellen Bereich auftaten. Der Tarifvergleich im Internet war geboren.

Wer war zuerst da?

Es ist anzunehmen, dass die großen Verbraucherschutzorganisationen die Vorreiter im Bereich des Tarifvergleichs im Internet waren. Diese Annahme beruht auf der Tatsache, dass diese Organisationen bereits im vordigitalen Zeitalter in Printmedien wie auch in TV-Beiträgen solche Tarifvergleiche aufführten. Für derartige Non-Profit-Organisationen machte dies auch Sinn, da deren Ziel die Information des Verbrauchers war und ist.

Zeitschriftenverlage übernahmen dieses Konzept und bauten den Tarifvergleich als redaktionelle Artikel in ihre jeweiligen Inhalte mit ein. Schon damals ergab sich für die Verleger daraus ein sehr gutes Werbeumfeld.

Mit dem Aufkommen gewerblich betriebener Webseiten mussten die Inhalte sowohl von Non-Profit-Organisationen wie auch der Verlagsgesellschaften nur noch dem neuen Medium Internet angepasst werden. Dadurch wurde dem Verbraucher ein durchaus mächtiges Werkzeug an die Hand gegeben.

Was bewirkt der Tarifvergleich im Internet?

In fast jedem Fall profitiert der normale User im Internet vom Tarifvergleich, der sich im Unterschied zum Preisvergleich immer auf Dienstleister bezieht, die ein bestimmtes Serviceangebot bereitstellen.

Der Vorteil für den Verbraucher liegt auf der Hand. Statt wie früher Zeitschriften durchzublättern oder mehrere Telefonate mit Vertretern zu führen, genügt heute eine Suchanfrage in einer der Suchmaschinen, um über einen Tarif-Vergleich das günstigste Angebot zu erhalten. Allerdings ist auch diese Branche nicht frei von Sünde und es sollen schon Manipulationen zugunsten des einen oder des anderen Produktes vorgekommen sein. Hier sind seriöse Anbieter gefragt – einige spezialisieren sich auf ein Themengebiet, z.B. Kontovergleiche oder Vergleiche unter Handyanbietern, andere wie z.B. tarife.de decken verschiedene Bereiche ab.

In anderen Bereichen jedoch schleicht sich langsam ein Wandel zu mehr Sprunghaftigkeit ein, zumal der Gesetzgeber in einigen Segmenten wie etwa den Stromtarifen durch eine entsprechend gelockerte Gesetzgebung Vorschub leistete. Auch der Generationenwandel wird hier in Zukunft noch einiges verändern. Laut Definition zählen alle ab 1982 geborenen Personen als sogenannte Digital Natives, Menschen, die mit den digitalen Technologien aufgewachsen sind. Diese heute 33-Jährigen lösen nun in vielen Bereichen als Entscheider die Vorgängergeneration ab und werden unter anderem das Internet und seine Möglichkeiten verstärkt in das Privatleben und den Arbeitsplatz integrieren.

Dementsprechend wird der Tarifvergleich im Internet in Zukunft den Preisdruck auf die Anbieter noch verstärken.

Was ist Usus im Tarifvergleich?

Eine der ersten Sparten, in denen der Tarif-Vergleich im Internet Fuß fasste, waren natürlich die Internetanbieter selbst, die sich gerade in den Anfängen gigantische Werbeschlachten lieferten. Wer erinnert sich nicht an die allgegenwärtigen CDs eines großen US-amerikanischen Anbieters in praktisch jeder Zeitschrift aus den 90er Jahren? Fast zeitgleich wurde den Ortsansässigen Reisebüros durch Tarifvergleiche im Internet das Leben mehr als sauer gemacht. Etwas später tauchten mit der vermehrten Nutzung von Handys entsprechende Tarifvergleiche auf, die heute den Markt der Vergleiche im Internet anführen.

Etwas schwerer tun sich Banken und Versicherungen, was sicherlich mit den Produkten und deren Kündigungsfristen oder Wechselbedingungen zusammenhängt. Aber auch die Firmentreue ist für viele Nutzer ein Grund, trotz anderweitig günstigerer Tarife bei „Ihrem“ Anbieter zu bleiben. Aber auch hier ist eine Veränderung im Gange, bewirkt durch reine Online-Firmen, die auf kostenintensive Filialnetze und Außendienstmitarbeiter verzichten und ihre Kunden durch entsprechend vorteilhafte Angebote rekrutieren. Gerade junge Internet-Nutzer wechseln etwa Ihre Fahrzeugversicherung fast jährlich, wenn sich dadurch ein finanzieller Vorteil ergibt und wenn es das Girokonto und die Kreditkarte umsonst gibt, wird natürlich zugegriffen.

Machen Tarifvergleiche den Markt transparenter?

In nicht wenigen Bereichen zeigte sich dank der Tarifvergleiche zumindest, wie viel Luft es nach unten geben kann. In einigen Branchen führte der direkte Vergleich auch zu einer Marktbereinigung, wobei selbst sehr große Unternehmen die Segel streichen mussten. Vor allem die Unternehmen, die entweder unterkapitalisiert waren oder die Zeichen der Zeit nicht rechtzeitig erkannten. Ob der Tarif-Vergleich eine Branche wirklich transparenter macht, ist abhängig vom Nutzer. Im Internet stehen entsprechende Werkzeuge bereit, die es wesentlich leichter machen, neben dem günstigen Tarif das Geschäftsgebaren eines Unternehmens zu durchleuchten.

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