Wie sicher ist es die EC-Karte im Ausland zu nutzen?

Ist es wirklich sicher die EC-Karte im Ausland zu nutzen (BigStock-ID: 40562305 by ILZE79)Foto ©Bigstock

EC-Karte im Ausland benutzen EC-Karten – sicheres Zahlungsmittel

EC-Karten (für „electronic cash“) sind ein sein vielen Jahren verbreitetes und sicheres Zahlungsmittel. Es handelt sich um sogenannte Debitkarten, die mit einem Magnetstreifen, seit dem Jahr 2000 meist auch mit einem Chip, versehen sind. Anders als der leicht auszulesende und fälschbare Magnetstreifen ist der Chip weniger anfällig gegen das „Skimming“, also die Manipulation von Geldautomaten zum Zwecke der Kartenfälschung. Akzeptanzstellen für EC-Karten erkennt man am blau-roten Piktogramm „ec electronic cash“ oder aber an den blauen Piktogrammen „electronic cash“ bzw. „girocard“, beide mit einem „PIN-Pad“ versehen. In Deutschland kann man mit der EC-Karte zum einen an den EC-Geldautomaten nach Eingabe der Geheimzahl (PIN) Bargeld abheben, zum anderen in vielen Geschäften und sonstigen Annahmestellen mit der Karte sowie mit PIN oder Unterschrift bezahlen. Wie sieht es nun aber mit dem Einsatz der EC-Karten im Ausland aus?

Akzeptanz im Ausland

Im Ausland lässt sich die EC-Karte prinzipiell ebenso wie im Inland einsetzen, also zum bargeldlosen Zahlen oder auch zum Geldabheben am Automaten. Gerade im Urlaub ist es bequem und sicher, nicht unnötig Bargeld mitnehmen zu müssen. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen dem Einsatz innerhalb Europas und dem im nicht-europäischen Ausland. Innerhalb des SEPA-Raumes kann die EC-Karte fast wie im Inland genutzt werden. SEPA steht für Single Euro Payments Area, also den „Einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum“, dem derzeit 34 Länder angehören. Alle Länder der EU sind dem SEPA-Raum angeschlossen; hinzu kommt unter anderem auch die Schweiz.

Maestro oder V-Pay?

Die meisten in Deutschland im Umlauf befindlichen EC-Karten sind derzeit noch sogenannte „Maestro-Karten“ und mit entsprechendem Logo versehen. Mittlerweile gehen jedoch einige Sparkassen und Banken (so beispielsweise ComDirect oder die Postbank) auf das von Visa ins Leben gerufene V-Pay-System über. Dieses verzichtet auf den Magnetstreifen und soll somit die Karten fälschungssicherer machen und noch besser vor Skimming schützen, was aber gravierende Folgen für Reisende hat, denn V-Pay ist außerhalb Europas nicht verwendbar.

Das V-Pay-System ist weiter im Vormarsch – aber auch Banken, die mit Maestro-Karten arbeiten, schränken die Anwendung der EC-Karte außerhalb Europas ein. So hat beispielsweise die Deutsche Bank vor einigen Monaten das Abheben von Bargeld im nichteuropäischen Ausland mit den von ihr ausgegebenen EC-Karten automatisch deaktiviert. Grund war, dass Betrüger vermehrt aus dem nicht-europäischen Ausland auf deutsche Konten zugegriffen und hohe Abbuchungen getätigt haben. Auch bei Maestro-Karten empfiehlt es sich, vor Reiseantritt nachzufragen, ob die Karte eventuell gesperrt ist. Dieses sogenannte „Null-Limit“ kann man auf Wunsch aufheben lassen. Auch vor Ort lässt sich über die Service-Telefonnummer (auf der Karte angegeben) das Limit noch freischalten. Andere Kreditinstitute, so die Commerzbank, haben weder das Nulllimit eingeführt noch auf V-Pay umgestellt, sodass deren EC-Karten weiter in vollem Umfange im Ausland einsetzbar sind.

Anders verhält es sich bei den Karten mit dem V-Pay-Logo: Hier ist die Verwendung außerhalb Europas ausdrücklich ausgeschlossen und kann auch nicht aktiviert werden. Grund ist, dass im außer-europäischen Ausland die Akzeptanzstellen und Geldautomaten meist noch auf den Magnetstreifen zurückgreifen und den Chip der EC-Karte nicht auslesen können. Da die V-Pay-Karten aber über eben diesen Magnetstreifen nicht mehr verfügen, steht man außerhalb des SEPA-Zahlungsraums schnell ohne Bargeld da. Wer beispielsweise eine Reise in die USA oder nach Afrika plant, sollte auf jeden Fall noch eine Kreditkarte mitnehmen. Bei Zahlungen mit V-Pay-Karten ist generell die PIN-Eingabe nötig; eine Verifizierung per Unterschrift ist nicht vorgesehen.

Ob im jeweiligen Zielland die EC-Karte genutzt werden kann oder nicht – und zwar je nachdem, ob ein V-Pay- oder ein Maestro-Logo auf der Karte ist – kann man unter diesen Links überprüfen:

Einsatzorte

Einsetzen lässt sich die EC-Karte zum einen an Geldautomaten (Standorte sind auf den Internetseiten der Banken zu finden), zum anderen bei der Bezahlung an Terminals in Hotels, Restaurants, Geschäften etc. Während die Automatennutzung mit der Maestro-Karte auch außerhalb Europas verbreitet funktioniert, stößt man bei der Bezahlung in Asien oder Amerika schnell an seine Grenzen. Hier sind Kreditkarten das Mittel der Wahl. An Terminals vor Ort ist V-Pay außerhalb des SEPA-Raums nicht nutzbar – in kleinen Geschäften gibt es teilweise auch innerhalb Europas Einschränkungen!

Gebühren

Die Gebühren werden von der Heimatbank festgelegt. Innerhalb des SEPA-Raums ist die Nutzung an Terminals kostenlos; an Automaten entsprechen die Gebühren denen, die man in Deutschland bei einer Fremdbank zahlt, also im Schnitt fünf Euro. Außerhalb dieses Gebietes gibt es eine solche einheitliche Regelung nicht. In der Regel fällt am Geldautomaten eine einprozentige Gebühr an beziehungsweise ein Mindestbetrag von durchschnittlich fünf Euro. Um mehrfache Gebührenzahlung zu vermeiden, ist es günstiger, einmalig einen größeren Betrag abzuheben. Vor Ort kostet die Nutzung außerhalb Europas meist ein Prozent vom Umsatz oder aber einen Mindestbetrag von durchschnittlich eins bis fünf Euro.

Keine Gebühren fallen dann an, wenn man eine ausländische Partnerbank der ausstellenden Bank nutzt, so zum Beispiel die Citibank-Automaten bei Kunden der Targobank. Auch andere Banken kooperieren mit Partnern im Ausland; die Sparkassen verfügen nicht über ein solches ausländisches Kooperationsnetz.

Die EC-Karte ist im Regelfalle günstiger als Kreditkarten – wenn man sie also im Zielland einsetzen kann, stellt sie eine vorteilhafte Alternative dar. Aufgrund der Bearbeitungsgebühren und ungünstigen Umrechnungskurse kommt auch das Eintauschen von Fremdwährung meist teurer als der Einsatz der EC-Karte.

Höchstwerte

Zwar variiert der Betrag, den man mit der EC-Karte am Geldautomaten abheben kann, von Bank zu Bank und von Kunde zu Kunde – aber häufig liegt die Beschränkung bei maximal 1.000 Euro am Tag und 2.000 oder 3.000 Euro innerhalb einer Woche. Da etliche Institute dazu übergehen, das Auslandslimit zu reduzieren oder das Nulllimit einzuführen, sollte man sicherheitshalber bei der kontoführenden Bank nachfragen.

Sicherheitsmaßnahmen

Folgende Hinweise erhöhen die Sicherheit beim Einsatz der EC-Karte im Ausland:

  • PIN nicht zusammen mit der Karte aufbewahren
  • Bei PIN-Eingabe die Tasten vor Beobachtung schützen
  • Nur offizielle Geldautomaten großer Banken (möglichst innerhalb des Gebäudes) nutzen
  • Vorsicht bei Trickbetrügern (eine verbreitete Masche ist es, sich an verwirrend wirkenden ausländischen Automaten als „hilfreicher“ Einheimischer anzubieten und dann entweder die PIN-Nummer für einen späteren Kartendiebstahl auszuspähen oder sich ganz einfach mit dem abgehobenen Bargeld aus dem Staube zu machen)
  • EC-Karte beim Bezahlen nicht aus den Augen lassen
  • Karte nicht (beispielsweise im Restaurant) länger aus der Hand geben
  • Vorab Kartennummer notieren für den Fall eines Diebstahls
  • Sperrnotruf 116 116 ist mit der Ländervorwahl +49 für Deutschland auch aus dem Ausland rund um die Uhr erreichbar

Alternativen

Im ferneren Ausland sollten man auf eine Kombination setzen – also neben der EC-Karte noch eine Kreditkarte, eventuell Reiseschecks (in den USA weiterhin sehr häufig) und auch Bargeld in der Fremdwährung. Letzteres empfiehlt sich ohnehin, um kleinere Summen bei der Ankunft (Taxifahrt, Kiosk oder Ähnliches) direkt bar begleichen zu können. Manche Direktbanken bieten Kreditkarten an, mit denen man im Ausland kostenlos Geld abheben kann – ein Gebührenvergleich vor Reiseantritt und ein Zweitkonto bei einer dieser Banken lohnt sich!

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